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Linke Stiftung vergleicht Kritik an Migranten-Übergriffen mit Judenverfolgung

Die Amadeu Antonio Stiftung kommt in einem Report zu dem Schluss, dass die meisten Übergriffe auf Frauen und Kinder durch Migranten erfunden seien zu dem Zweck, rassistische Hetze zu betreiben. Die Lügen würden "taktisch eingesetzt" wie im Mittelalter gegen Juden.

 

Bild aus der "Handreichung"

 

Die vom Bundesfamilienministerium geförderte "Amadeu Antonio Stiftung" präsentiert einen Report zum Thema sexuelle Übergriffe durch Migranten auf Frauen und Kinder. Darin kommen die Autoren zu dem Schluss, dass die meisten Vorkommnisse frei erfunden seien und einzig der rassistischen Hetze dienten.

 

Diese Lügen würden "taktisch eingesetzt", wie "im Mittelalter gegen Juden sowie gegen Sinti und Roma" heißt es in der Beschreibung der "Handreichung". Der Report soll die wahren Hintergründe erhellen, verzichtet aber auf aktuelle Zahlen, Statistik und polizeilich bekannte Fälle - bis auf einzelne Ausnahmen.

 

Eine Statstik aus dem Jahr 2011 soll beweisen, dass Übergriffe schon immer ein Problem waren und dies kein "importiertes" Phänomen sei. Die in den Medien zitierten Fälle von Migranten-Übergriffe seien meist erfunden.

 

„In vielen Fällen lässt sich zeigen, dass Mutmaßungen als Fakten präsentiert werden, mit denen letztlich rassistisch gegen Geflüchtete und Migrant_innen gehetzt wird“, so Dr. Heike Radvan von der Fachstelle für Gender und Rechtsextremismus der  "Amadeu Antonio Stiftung". Die Autor_innen gehen der Frage nach, warum das Bild vom „übergriffigen Fremden“ so häufig und leicht geglaubt und weiterverbreitet wird.

 

Der Report wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Wie viel Steuergeld dabei geflossen ist, bleibt unklar.

 

Chefin mit Stasi-Karriere

Pikant: Die Gründerin und gleichzeitige Chefin der "Amadeu Antonio Stiftung"  ist Anetta Kahane. Die Dame arbeitete laut Wikipedia 1974 bis 1982 für die Stasi unter dem Decknamen „Victoria“.  Kahanes Stasi-Akte umfasst knapp 800 Seiten. Laut Berliner Zeitung notierte ihr Führungsoffizier Mölneck zu Beginn ihrer Tätigkeit für das MfS, dass sie bereits beim zweiten Treffen „ehrlich und zuverlässig“ berichtet habe. Kahane hat laut Berliner Zeitung Dutzende Personen aus ihrem Umfeld belastet. Sie habe auch Aufträge ausgeführt und vom MfS Geld und kleinere Geschenke erhalten.

 

Offizielle Beschreibung der "Handreichung"

Die Amadeu Antonio Stiftung veröffentlicht heute eine neue Handreichung zum Mythos vom „übergriffigen Fremden“. Es geht darum, wie sexualisierte Gewalt und die davon Betroffenen instrumentalisiert werden, um Vorurteile und Hass gegen Geflüchtete und Migrant_innen zu verbreiten.  Sexualisierte Gewalt ist immer zu verurteilen, unabhängig davon wer die Opfer und wer die Täter sind. Wenn sich herausstellt, dass Täter einen Migrationshintergrund haben,  müssen Straftaten fallbezogen aufgearbeitet werden – aber es ist nicht hilfreich, mit populistischen Forderungen nach Ausweisungen zu reagieren und damit rassistische Ressentiments zu unterstützen. Außerdem  führt die Debatte um die ethnische Herkunft weg vom eigentlichen Thema und hilft den Opfern nicht. Es ist falsch zu glauben, dass es sich bei Sexismus und sexualisierten Übergriffen um ein „importiertes“ Problem handelt, dass von außen in unsere Gesellschaft hineingetragen wird.

Die Handreichung klärt Fakten über sexualisierte Gewalt und sexuellen Kindesmissbrauch zu Verbreitung, Täterschaft und Situation der Betroffenen. Die Autor_innen gehen der Frage nach, warum das Bild vom „übergriffigen Fremden“ so häufig und leicht geglaubt und weiterverbreitet wird. Diese Vorwürfe wurden in der Geschichte bereits vielfach taktisch eingesetzt – im Mittelalter gegen Juden sowie gegen Sinti und Roma, zur Zeit des Kolonialismus gegen Schwarze Menschen, heute eben gegen Geflüchtete. Im Internet finden Vorurteile und Lügen schnell Verbreitung, sodass sie in der pädagogischen Praxis vor Ort bearbeitet werden müssen.  Anhand von Fallgeschichten geben die Autor_innen hierzu Empfehlungen, wie sinnvoll und wirksam auf Gerüchte über sexualisierte Gewalt reagiert werden kann.

„Die perfide Argumentation und die Stereotypisierung des „Fremden“ als Täter sexueller Gewalt gegen Frauen und Kinder muss als solche entlarvt werden. Wir müssen in der Einwanderungs- und Flüchtlingsdebatte jetzt differenzierte Diskussionen führen und einen kühlen Blick für die Realitäten bewahren. Sachlich, nicht emotional oder populistisch aufgeheizt, auch wenn gesellschaftliche und politische Gruppierungen gerade dies versuchen “ unterstreicht der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig.

„In vielen Fällen lässt sich zeigen, dass Mutmaßungen als Fakten präsentiert werden, mit denen letztlich rassistisch gegen Geflüchtete und Migrant_innen gehetzt wird“, so Dr. Heike Radvan von der Fachstelle für Gender und Rechtsextremismus. Die Handreichung soll einen Beitrag leisten, die Debatte zu versachlichen und aufzuzeigen, wo ein rassistischer Diskurs zugrunde liegt.
 

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