Saudi-Arabien erteilt Produktionskürzung eine Absage. Iran schließt seine Teilnahme an einem Einfrieren der Ölproduktion faktisch aus.
Von Commerzbank Commodity Research
Das Auf und Ab bei den Ölpreisen geht weiter. Gestern gaben Brent und WTI um mehr als 4% nach und die Gewinne des Vortages damit größtenteils wieder ab. Die Preisschwäche setzt sich heute Morgen mit Verlusten von bis zu 2,5% fort. Brent handelt bei weniger als 33 USD je Barrel, WTI bei gut 31 USD je Barrel.
Gestern sorgten Kommentare der Ölminister Saudi-Arabiens und des Iran für Abgabedruck. Der saudi-arabische Ölminister al-Naimi erteilte Produktionskürzungen eine Absage. Stattdessen setzt al-Naimi darauf, dass sich weitere Länder der Einigung auf das Einfrieren der Ölproduktion auf dem Januar-Niveau anschließen werden und der Ölmarkt auch dank einer steigenden Nachfrage wieder ins Gleichgewicht kommt.
Saudi-Arabien würde seine Politik weiterhin daran ausrichten, die Nachfrage seiner Kunden zu bedienen, sprich Marktanteile zu verteidigen. Der iranische Ölminister Zanganeh hat eine Teilnahme seines Landes an dem Einfrieren der Ölproduktion faktisch ausgeschlossen. Er bezeichnete diesen Vorschlag als „lächerlich“, da er dem Iran verbieten würde, durch die Sanktionen verlorene Marktanteile zurückzuerlangen.
Seine Kritik zielte dabei vor allem auf Saudi-Arabien, welches seine Produktion in den letzten Jahren auf 10 Mio. Barrel pro Tag erhöht hätte. Wie diese beiden konträren Positionen zusammengebracht werden sollen, ist schwer vorstellbar. Am Abend berichtete das API dann noch einen überraschend deutlichen Anstieg der US-Rohölvorräte in der letzten Woche um 7,1 Mio. Barrel, was auch für die am Nachmittag anstehenden offiziellen Lagerdaten des US-Energieministeriums auf einen kräftigen Lageraufbau hindeutet.



