Angela Merkel drückte bei Anne Will die Wiederholungstaste. Die neue Parole heißt: „durchhalten“. Wer an den Erfolg glaube, der könne auch "Berge versetzen". Einen Plan B hatte sie nicht. In Sachen Flüchtlingskrise gibt es also nichts neues.
Wer Angela Merkels Gastspiel in der Talkshow von Anne Will am Sonntagabend verfolgen konnte, der hat eine reichlich ungewohnte Kanzlerin erlebt: eine kämpfende - lobt SPON.
Am Ende redete sich Merkel für ihre Verhältnisse geradezu in einen politischen Rausch hinein, verteidigte ihre umstrittene Flüchtlingspolitik ein ums andere Mal vehementer und verkündete: Wer an den Erfolg glaube, der könne auch "Berge versetzen".
Wiederholungstaste
Gabor Steingart kommentiert im HB-Morgenbriefing: Das Wort zum Montag kommt von Angela Merkel. Es heißt „durchhalten“. Dieses Verb fand beim Ein-Stunden-Solo der Bundeskanzlerin bei „Anne Will“ viele lächelnd vorgetragene Varianten, andernfalls wäre die Stunde - genau - nicht durchzuhalten gewesen. Die Wiederholungstaste blieb gedrückt.
So erschien Merkels europäische Flüchtlingspolitik in der ARD als das Logischste der Welt. Einen Plan B habe sie deshalb nicht, auch wenn die Polarisierung größer geworden sei. „Wer zuhört, mit dem rede ich“, sagte die CDU-Chefin noch, deren stärkster Unterstützer und bester Zuhörer derzeit im Übrigen Winfried Kretschmann heißt.



