Der Deal mit der Türkei steht. Ein Deal mit einem Land, dessen Rolle im Syrien/-Irakkonflikt mehr als dubios erscheint, ebenso wie seine Rolle im Ölhandel des IS.
Von Axel Retz
So. Der Deal mit der Türkei steht. Ein Deal mit einem Land, dessen Rolle im Syrien/-Irakkonflikt mehr als dubios erscheint, ebenso wie seine Rolle im Ölhandel des IS. Ein Land, das sich im Bürgerkrieg mit den Kurden befindet, die ihrerseits, unterstützt durch deutsche Ausbilder und Waffenlieferungen, gegen den IS kämpfen. Und ein Land, das unverkennbar selbst immer häufiger zum Ziel des Terrors wird. Die EU und insbesondere Frau Merkel sprechen von einem Durchbruch. In wenigen Wochen werden wir sehen: Es war ein Pyrrhussieg.
Deutschland ist nicht Europa. Und die Kanzlerin ist weder Deutschland noch Europa. Und wenn Frau Merkel glaubt, aufgrund eines moralischen Rigorismus‘ oder weniger hehrer Motive andere EU-Staaten dazu verpflichten zu können, die Folgen ihres mit rein niemandem außer vielleicht den USA abgestimmten Alleingangs jetzt bei anderen EU-Staaten abladen oder sie auf sie verteilen zu können, offenbart das ein Europa-Verständnis, das in so gut wie allen europäischen Staaten kein positives Echo findet oder sogar dazu provoziert, den von Berlin und Brüssel praktizierten Umgang mit der sgn. Euro- Krise jetzt „dankend“ zu beantworten.
Dass Österreich dabei so etwas wie eine Führungsrolle übernommen hat, ist unverkennbar. Irgendeiner muss es tun. Dankenswerterweise war es diesmal Wien.



