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Target 2: Lucke schlägt Alarm

Target 2: Bernd Lucke (ALFA) schlägt Alarm. „Die Target-2-Salden waren die Fieberthermometer der Eurokrise. Seit Mitte 2014 steigen sie in Italien und Spanien wieder stark an. Beide Länder haben zusammen seither rund 200 Milliarden Euro neue Defizite aufgehäuft."

 

ALFA-Europaabgeordneter Bernd Lucke ist alarmiert über die stark steigenden Target-2 Defizite in Spanien und Italien. „Die Target-2-Salden waren die Fieberthermometer der Eurokrise. Seit Mitte 2014 steigen sie in Italien und Spanien wieder stark an. Beide Länder haben zusammen seither rund 200 Milliarden Euro neue Defizite aufgehäuft. Gleichzeitig erhöhten sich die Target-2-Forderungen der Deutschen Bundesbank um rund 150 Milliarden Euro. Wir nähern uns wieder den Niveaus auf dem Höhepunkt der Eurokrise", warnt Lucke.

 

 

Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, Vitor Constancio, der heute im Europaparlament den Jahresbericht der EZB vorstellte, konnte auf Luckes Frage hin keine Erklärung für die besorgniserregende Verschlechterung der Target-Salden geben.

 

„Dabei ist es einfach: Target-Defizite entstehen entweder durch Leistungsbilanzdefizite oder durch Kapitalflucht", so Lucke. „Da Italien und Spanien keine Leistungsbilanzdefizite mehr haben, findet offenbar Kapitalflucht im Umfang von rund 200 Milliarden Euro aus diesen Ländern statt. Es ist sehr beunruhigend, dass die EZB nicht erklären kann, warum das Kapital diese Länder in einer solchen Größenordnung verlässt."

 

Lucke verwies auf Irland, das auf dem Höhepunkt der Eurokrise ein Target-2-Defizit von 130 Milliarden Euro hatte und heute einen Saldo von annähernd Null aufweise. „Irland hatte nie ein Wettbewerbsproblem und ist gegen seinen Willen unter den Euro- Rettungsschirm gezwungen worden. Irlands wirtschaftliche Zukunft sieht gut aus. Aber in Spanien und Italien zeigen die Target-2-Salden unbestechlich an, dass die Länder nach wie vor in der Krise sind. Vermutlich hängt die Kapitalflucht mit den maroden Banken und den großen Mengen an notleidenden Krediten zusammen. Das zeigt, auch mit dem massiven Gelddrucken der EZB lässt sich nicht übertünchen, dass die Eurokrise nach wie vor ungelöst ist."

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