Helmut Kohl: "Die Lösung der Flüchtlingskrise liegt nicht in Europa". - CDU-Europapolitiker Brok: Orbán kann von Kohl noch eine Menge lernen.
Kurz vor seinem Treffen mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban am kommenden Dienstag hat der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl die Öffnung der Grenzen für Flüchtlinge in Europa kritisiert. "Die Lösung liegt in den betroffenen Regionen. Sie liegt nicht in Europa. Europa kann nicht zur neuen Heimat für Millionen Menschen weltweit in Not werden", schreibt Kohl im Vorwort zur ungarischen Ausgabe seines Appells "Aus Sorge um Europa", das der "Tagesspiegel am Sonntag" in gekürzter Form vorab veröffentlicht.
CDU-Europapolitiker Brok: Orbán kann von Kohl noch eine Menge lernen
Der CDU-Europapolitiker Elmar Brok ist der Ansicht, dass der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán von Altbundeskanzler Helmut Kohl "noch eine Menge lernen" kann. "Vor allem, dass Europa nur gedeiht, wenn die Staaten Lasten fair teilen und wenn sie die Gemeinschaftsinstitutionen stärken", sagte Brok der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (F.A.S.).
Orbán will Kohl am Dienstag in dessen Privathaus in Oggersheim treffen. "Viktor Orbán ist ein Machtpolitiker, der Grenzen austestet und gerne provoziert, auch mit einer Lust an der intellektuellen Auseinandersetzung", so Brok. Er hob ihn deutlich ab gegen Jaroslaw Kaczynski, den Chef der in Polen regierenden nationalkonservativen PiS-Partei: "Kaczynski ist dagegen ein dumpfer katholischer Fundamentalist", sagte der CDU-Politiker.



