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Öl + Gold: Achterbahn

Neue Diskussion über Produktionsobergrenzen am Ölmarkt viel Lärm um Nichts. Silber, Platin und Palladium stiegen zwischenzeitlich auf mehrmonatige Höchststände. Schweizer Goldexporte deuten auf anhaltend verhaltene Nachfrage in Asien hin.

 

Von Commerzbank Commodity Research

Energie:

Die Ölpreise starten mit Gewinnen in den letzten Handelstag der Woche und machen damit einen Teil ihrer gestrigen Verluste wieder wett. Brent handelt bei 45 USD je Barrel, WTI bei knapp 44 USD je Barrel. Beide Ölpreise stehen damit vor dem dritten Wochengewinn in Folge, was nach dem Scheitern der Gespräche über Produktionsobergrenzen in Doha am vergangenen Wochenende nicht unbedingt zu erwarten gewesen wäre.

 

Das Thema Produktionsobergrenzen scheint dennoch nicht ganz vom Tisch zu sein. Der stellvertretende russische Ölminister sprach von einer neuen Initiative diesbezüglich in den nächsten beiden Wochen. Laut einem hochrangigen Offiziellen Saudi-Arabiens soll bei der nächsten OPEC-Sitzung Anfang Juni darüber diskutiert werden. Offensichtlich versucht man, das Thema zumindest verbal am Köcheln zu halten, um den Ölpreis zu unterstützen.

 

Wenn man sich den Ölpreis anschaut, hat diese Strategie bislang gut funktioniert. Die Produktionsobergrenzen hätten den Ölmarkt über das hohe Überangebot im zweiten Quartal helfen sollen, bevor das Überangebot im zweiten Halbjahr aufgrund einer fallenden US-Produktion und einer stärkeren saisonalen Nachfrage spürbar zurückgeht.

 

Von daher sind Produktionsobergrenzen zur Mitte des Jahres eigentlich nicht mehr notwendig. Denn bis auf den Iran wird kaum ein anderer Ölproduzent sein Angebot im zweiten Halbjahr merklich erhöhen können bzw. wollen. Von daher ist die fortgesetzte Debatte darüber viel Lärm um Nichts. 



Edelmetalle:

Gold handelt heute Morgen nach einem höchst volatilen Tag gestern wieder bei rund 1.250 USD je Feinunze. Bis weit in den Nachmittag hinein war Gold stark gefragt und stieg in der Spitze auf ein 5-Wochenhoch von 1.270 USD. Grund war ein zwischenzeitlich schwächerer US-Dollar während der EZB-Pressekonferenz. Wenig später ging es dann aber für Gold – wie auch für fast alle anderen Rohstoffe – deutlich bergab.

 

Gold gab fast alle Gewinne wieder ab. Bei Silber waren die Ausschläge noch deutlich größer. Nachdem der Preis mit 17,7 USD je Feinunze zeitweise ein neues 11-Monatshoch erreichte, was einem Plus von 4,5% gegenüber dem Schlusskurs des Vortages entsprach, sackte Silber bis auf -1% ab. Heute Morgen handelt es wieder über der Marke von 17 USD. Hohe Volatilität war auch bei Platin und Palladium zu beobachten, wobei sich Platin zwischenzeitlich auf ein 9½-Monatshoch und Palladium auf ein 5½-Monatshoch verteuerte. 


Die Schweiz hat gemäß Daten der Zollbehörde im März 118 Tonnen Gold exportiert, etwas mehr als im Vormonat, aber deutlich weniger als im Vorjahr. Die Ausfuhren nach Asien gingen gegenüber dem schon schwachen Vormonat nochmals zurück, was auf eine verhaltene Nachfrage dort hindeutet.

 

So wurde nach Indien die geringste Menge seit 15 Monaten verschifft und die Exporte nach China und Hongkong zusammen fielen auf ein 8-Monatstief. Dagegen sind die Goldexporte nach Großbritannien auf 44,2 Tonnen gestiegen, der höchste Wert seit September 2012. Dies dürfte auf die bis dahin noch hohe ETF-Nachfrage zurückzuführen sein. Die Schweiz importierte knapp 50 Tonnen Gold aus Dubai. Damit hat sich die Goldnachfrage offenbar wieder etwas von Ost nach West verschoben. 

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