Die Zahl der Aktionäre in Deutschland ist 2008 drastisch eingebrochen. „Marktschätzungen, dass 2008 bis zu einer Million Aktionäre aus Aktien und Fonds ausgestiegen sind, erscheinen uns durchaus im Bereich des Möglichen“, sagte der Geschäftsführer der Börse München, Andreas Schmidt, der Wirtschaftszeitung Euro am Sonntag.
Schon vor der Finanzkrise habe es in Deutschland zu wenig private Aktionäre gegeben. Durch die Abgeltungssteuer würden jetzt weitere Privatinvestoren aus dieser Anlageform vertrieben. „Wir würden uns von der Politik eine bessere steuerliche Behandlung der Aktie wünschen.“
Die Börse München hat Schmidt zufolge 2008 einen starken Geschäftsrückgang verbucht. „2008 war insgesamt ein schlechtes Börsenjahr. Der Orderbuchumsatz der Börse München ist gegenüber 2007 um rund 30 Prozent auf elf Milliarden Euro zurückgegangen. Gemessen am Geschäftsvolumen steht die Börse München damit nach wie vor an dritter Stelle nach Frankfurt und Stuttgart.“
Der Wettbewerbsdruck auf die Regionalbörsen habe weiter zugenommen, so Schmidt. Die Regionalbörsen hätten nach wie vor ihre Berechtigung, da sie auch für Innovationen sorgten. Die Regionalbörsen seien zudem grundsätzlich gut geeignete und glaubwürdige Kooperationspartner. „Wir sind laufend untereinander im Gespräch, und wenn es für Marktteilnehmer, Emittenten und Anleger sinnvoll ist, wird zusammengearbeitet. Sollte es Sinn machen, einzelne Handelsplätze zusammenzulegen, wird dies geschehen - wenngleich sich das für das Jahr 2009 nicht abzeichnet.“



