Rekordhohe Goldnachfrage im ersten Quartal - Globale Goldnachfrage dank ETFs im ersten Quartal deutlich gestiegen. Die Zentralbanken haben mit 109 Tonnen das 21. Quartal in Folge auf Netto-Basis Gold gekauft. - Euro kann 1,14 verteidigen.
Von Commerzbank Commodity Research
Der World Gold Council (WGC) hat heute Morgen die Goldnachfragetrends für das erste Quartal 2016 veröffentlicht. Entgegen den Daten von Thomson Reuters GFMS (siehe TagesInfo Rohstoffe vom 27. April) ist laut WGC die globale Goldnachfrage im Vorjahresvergleich um 21% auf 1.290 Tonnen gestiegen. Dies ist der höchste Wert für ein erstes Quartal und der zweithöchste überhaupt.
Hauptverantwortlich hierfür war eine starke Investmentnachfrage. So stieg die Nachfrage nach ETFs, Münzen und Barren um 122% auf 618 Tonnen. Dies ist auf die volatilen Aktienmärkte und die Aussicht auf niedrige Zinsen vor allem in den USA zurückzuführen. Die Schmucknachfrage, die normalerweise die größte Nachfragekomponente darstellt, fiel dagegen um 19% auf 482 Tonnen.
Dies war der verhaltenen Nachfrage in Asien geschuldet. In Indien lag die Goldnachfrage unter anderem streikbedingt mit 117 Tonnen 39% unter Vorjahr, in China ging sie um 12% auf 241 Tonnen zurück. Der WGC geht allerdings davon aus, dass sich gerade in Indien wegen einer guten Monsunsaison die Nachfrage im zweiten Halbjahr und hier insbesondere im vierten Quartal deutlich erholen wird. Für das Gesamtjahr erwartet er für Indien eine Goldnachfrage von 850-950 Tonnen, für China von 900-1.000 Tonnen.
Die Zentralbanken haben mit 109 Tonnen das 21. Quartal in Folge auf Netto-Basis Gold gekauft, die Dynamik hat hier allerdings nachgelassen. Für 2016 insgesamt schätzt der WGC Zentralbankkäufe von 400-600 Tonnen. Unseres Erachtens wird sich die starke Investmentnachfrage des ersten Quartals zwar kaum wiederholen lassen, dafür sollte die als stabiler geltende Schmucknachfrage wieder anziehen. Der Goldpreis sollte daher mittelfristig gut unterstützt sein.
Der Euro kann die Marke von 1,14 verteidigen. Es sieht so aus, dass die Gemeinschaftswährung erst mal ihre Tiefs gesehen hat.



