Grüne fordern Abschaffung des Steuerprivilegs auf Diesel. Selbst aus Gründen des Klimaschutzes lasse sich die Besserstellung nicht länger rechtfertigen, sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter.
Vor dem Hintergrund der jüngsten Abgas-Skandale bei Volkswagen und anderen Autoherstellern fordern die Grünen, die steuerliche Privilegierung von Diesel gegenüber Ottokraftstoffen schrittweise zu reduzieren. Selbst aus Gründen des Klimaschutzes lasse sich die Besserstellung nicht länger rechtfertigen, sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter dem Kölner Stadt-Anzeiger (Dienstagausgabe). "Die Erzählung der Automobilindustrie vom klimafreundlichen Diesel gehört ins Reicht der Märchen."
Die Grünen verweisen auf eine neue Studie, die die Berliner Denkfabrik Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) sowie das Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) in ihrem Auftrag angefertigt hatten. Darin heißt es: Die durchschnittlichen CO2-Emissionen aller Diesel- und Benzinneuwagen in der EU liegen nahezu gleichauf, in Deutschland sind neue Benzin-Pkw im Schnitt bereits heute klimafreundlicher als Diesel-Neuwagen. Die Sparsamkeit des Diesels werde dadurch zunichte gemacht, dass die Kunden immer leistungsfähigere und schwerere Autos mit Dieselantrieb nachfragen. Fast jeder zweite in Deutschland neu zugelassene Wagen ist inzwischen ein Diesel. Der Kraftstoff ist pro Liter um 18,4 Cent geringer besteuert als Benzin.



