Die Hysterie um den Brexit wird nur noch übertroffen von der Angst, wir könnten nicht Europameister werden. - Brexit hin oder her: Das wahre Problem ist das schwindende Vertrauen in Politik und Notenbanken.
Von Rolf Ehlhardt
Selbst bei einem Austritt der Briten werden die Gesellschaften ihre bisherigen Verbindungen nach England doch nicht abbrechen, höchstens neu regeln. Es wird bis und am Freitag hektische Kursbewegungen geben – das war´s. Zumal Großbritannien nicht im Euro ist. Die Welt versinkt in 230 Billionen an Schulden und wir fiebern um England.
Auch die Diskussion um den anschließenden Austritt des einen oder anderen Landes aus dem Währungsverbund ist doch höchstens Gehirnwäsche. Die einzigen, die einen Austritt überstehen würden, sind die Deutschen. Italien käme zwar sicher eine schwache Lira gelegen, aber sie könnten die hochschnellenden Kreditzinsen nicht mehr bezahlen. Draghis Gelddrucker könnten nicht schnell genug arbeiten, ehe die Periferieländer ans Kreuz genagelt sind.
Und hier liegt das Problem. Gelddrucken ist nicht die Lösung. Durch weitere Kreditaufnahmen wurde ein hochverschuldetes Land noch nie gerettet. Man gewinnt nur Zeit. Die Krise wird deshalb eskalieren, weil die Politik diese Zeit nicht nutzt. Frau Merkel heißt ungeprüft Flüchtlinge aus von Terrorismus verseuchtem Gebiet willkommen, verhandelt mit Menschenhändler und Terrorunterstützer und schickt Truppen nach Lettland. Das lässt Putin sicher erzittern. Und Frau von der Leyen ruft schon nach mehr Geld.
Ob sie schon einen neuen Kita-Platz im Auge hat? Schäuble sieht uns ohne Afrika und Nahost in Inzucht degenerieren und schickt weitere Gelder ins bankrotte Griechenland, ohne Sinn und Verstand. Vorschläge vom IWF will er nach den Wahlen diskutieren. Bis dahin dürfte der deutsche Haftungsanteil die 100 Mrd. Grenze überschritten haben. Von über 300 Mrd. Euro „Griechen-Rettung“ seit dem letzten Schuldenschnitt 2012 !!! ca. 5% im Staatshaushalt gelandet.
Der Rest wurde für die Bedienung von Anleihen verwandt, meist in Händen von Spekulanten und Hedgefonds, und so die Banken mal wieder gerettet. Selbst in Deutschland wurde zu einer Zeit höchster Steuereinnahmen kein einziger Euro Schulden zurückgezahlt. Herr Schäuble, wenn nicht jetzt, wann dann? Oder haben Sie das gar nicht vor?
Auch im restlichen Euroland sind bitter benötigte Reformen tabu. Deren Motto ist wohl: „Nach mir die Sintflut“. Und alle wundern sich, über die Zugewinne von AFD, Le Pen und Co.. Die meisten Politiker schieben die Erfüllung der EU-Vorgaben einfach in die Zukunft. Und Herr Juncker will im Fall Frankreich „mal ein Auge drücken“ (im 3. Jahr).
Wir lassen uns durch geschönte Statistiken beruhigen. „Schwarze Null“, „Null-Zins“, „Null-Inflation“. Was Politiker alles für Nullen machen können. Nur mit „Null-Kredit“ haben sie nichts am Hut.
Wir waren auf unsere Bundesbankpolitik einst mal genauso stolz wie auf „Made in Germany“. Was machen die Notenbanken heute? Sie drucken maßlos Geld, finanzieren so die Spekulationen der Banken (Deutsche Bank hält über 50 Billionen Gegenwert an Derivaten), halten insolvente Kredite am Laufen, manipulieren die Zinsen, kaufen verbotenerweise die Schulden von Eurostaaten, setzen so falsche Signale in Richtung Aktien und Immobilien. Selbst der Goldpreis soll beeinflusst sein (FED).
Da alles bisher gedruckte Geld noch nie einen nachhaltigen Aufschwung zu Wege gebracht hat, sollte jeder sich über eines im Klaren sein: Beim nächsten Wirtschaftsabschwung muss noch mehr Geld gedruckt werden. Japan druckt bereits 50% seiner Staatsausgaben.
Brexit hin oder her. Das wahre Problem ist das schwindende Vertrauen in Politik und Notenbanken. Sollte dieser Trend eskalieren, wäre ein Brexit, wie es Dr. Bert Flossbach formulierte, ein Kindergeburtstag.



