Nach Brexit: Finanzmärkte crashen. Börsenpanik global. Banken: Absturz. Pfund verliert fast 10%. Gold rauf. - Gibt es dennoch Hoffnung?
Von Rolf Ehlhardt
Die Briten haben gewählt. Nachdem die Befürworter von "remain" nur mit Angstszenarien „geworben“ haben, treten diese nun ein. Die Börse glaubte an den Verbleib, hat sich entsprechend positioniert und bereinigt jetzt die Schieflage.
Der DAX war am 11.2.2016 bei ca. 8.800, heute vorbörslich bei knapp 9.200. Na und.
Wer zur Diversifikation Edelmetalle gekauft hat, versteht heute, dass sie doch zum Vermögenserhalt beitragen. Die Geschäfte mit England werden weitergehen, es wird ein paar Konferenzen mehr geben. Vielleicht verliert der Bankenplatz London an Gewicht, wahrscheinlich werden die Engländer weniger ins Ausland reisen (Pfund minus 10%), was in dem einen oder anderen Fall nicht unbedingt als Nachteil empfunden wird. Deren Exportfirmen werden davon kräftig profitieren.
Gespannt darf man sein, ob es bei diesen kräftigen Kursbewegungen „über Nacht“ den einen oder anderen Derivatehändler an die Wand nagelt (siehe Konkurs bei der Schweizer Franken Überraschung in 2015). Gefährlich könnte es werden, wenn auch eine Bank in Gefahr gerät.
Die Märkte werden es spätestens im Juli als „Fact“ abhaken und sich wieder für die Gewinnentwicklungen der Unternehmen interessieren. Für die Zinsen, die Schulden der Staaten und die Notenbankpolitik. Aber es sollte nicht so weiter gehen wie bisher. In der Politik muss sich was ändern.
Der Brexit war nichts anderes als (Entschuldigung für den Ausdruck) ein Arschtritt für die Europapolitik in Brüssel und an die Regierungen, die am Volk vorbei regieren. Wenn wir uns das klar machen und endlich etwas ändern, dann kann das englische Ergebnis auch ein „Hallo-Wach-Ruf“ sein, der Europa sogar nach vorne bringt.
AfD, Le Pen und andere Gleichgesinnten würden an Aufmerksamkeit deutlich verlieren. Ob dies aber mit denselben Figuren in der Politik gelingt, bezweifle ich im Moment noch stark. Bei guten Aktien könnten wir uns auch wieder guten Kaufkursen nähern. Auch könnten die Notenbanken irgendwann eingreifen.



