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Soros bläst zum Sturm auf Deutsche Bank

Investorlegende George Soros bläst zum Sturm auf Deutsche Bank. „Die deutschen Sparkassen präsentieren sich sehr schwach. - Die Deutsche Bank ist eindeutig die verwundbarste große Geschäftsbank.“ - "Italien Schwachstelle der Euro-Zone."

 

Der legendäre US-Investor George Soros hält Spekulationen gegen deutsche Banken für Erfolg versprechend. Soros sagte der WirtschaftsWoche: „Die deutschen Sparkassen präsentieren sich sehr schwach. Und: Die Deutsche Bank ist eindeutig die verwundbarste große Geschäftsbank.“


Soros hatte vor wenigen Wochen mit einer 100 Millionen Euro-Wette auf einen fallenden Aktienkurs der Deutschen Bank für Aufsehen gesorgt.

 

Der Spekulant sagte zum allgemeinen Zustand europäischer Banken: „Das Bankensystem ist in Europa weniger solide und gesund als in den USA oder Großbritannien. Nach der letzten Weltfinanzkrise sind die Aufräumarbeiten dort weniger umfangreich und sorgfältig ausgefallen.“

 

"Italien Schwachstelle der Euro-Zone"

Innerhalb der EU sieht er Italien als größte Herausforderung. "Das Land ist die Schwachstelle der Euro-Zone", erklärte Soros im "Corriere della Sera". Dafür seien vor allem die maroden Banken verantwortlich, die nun rasch saniert werden müssen.

 

Für die Lösung der Krise hat er einen klaren Vorschlag. Institutionelle Gläubiger müssten zur Sanierung mit herangezogen werden, privaten Sparern sollten die Verluste jedoch ersetzt werden. "Ich denke, dass zwischen Rom und der EU-Kommission eine Art Kompromiss gefunden werden muss, bei dem die Bail-Ins für institutionelle Investoren greifen, die die Schuldverschreibungen besitzen, aber die Öffentlichkeit würde kompensiert werden, da sie nicht ausreichend über die Risiken informiert worden ist", sagte Soros.

 

Deutsche Bank „Projekt Jade“: Aufspaltung der Gesamtbank?

Die Deutsche Bank lotet im Rahmen ihrer „Strategie 2020“ Chancen für eine erneute strategische Kehrtwende aus. So klopfen Mitarbeiter aus den Bereichen Finance, Risk und Regulation im „Projekt Jade“ ab, unter welchen Bedingungen eine Aufspaltung des Konzerns in einen Kapitalmarkt- sowie einen Privat- und Firmenkundenteil möglich wäre. Auch die Re-Integration der Bonner Massenkundentochter Postbank, die eigentlich bis spätestens Ende 2017 verkauft sein soll, steht intern zur Debatte, berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe (Erscheinungstermin: 22. Juli).



2015 hatte Deutschlands größte Bank nach monatelanger Strategiedebatte beschlossen, am Universalbankmodell festzuhalten. Lediglich die Postbank sollte per Verkauf oder Börsengang abgestoßen werden, um Bilanzmasse loszuwerden und die Kapitalquoten des Konzerns zu verbessern. Die seinerzeit diskutierte Aufspaltung der Gesamtbank wurde ad acta gelegt.



Seit Jahresmitte 2016 wirtschaftet die Postbank wieder eigenständig, unter anderem durch die Entflechtung der IT vom Konzern. Ein Käufer oder gar Börsengang zu einem vertretbaren Preis ist allerdings weit und breit nicht in Sicht. Zugleich hat sich der Aktienkurs der Deutschen Bank deutlich verschlechtert; viele Investoren zweifeln an der Geschäftsstrategie des Geldhauses. Neben hausgemachten Problemen kommt das widrige Umfeld hinzu: Die Brexit-Folgen, der Existenzkampf italienischer Banken sowie die immer schärfere Regulierung setzen dem Frankfurter Institut enorm zu.

Die Deutsche Bank wollte die Informationen nicht kommentieren.

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