Ultra-lockere Geldpolitik vieler Zentralbanken sollte Gold weiter unterstützen.
Von Commerzbank Commodity Research
Gold hat seinen Aufwärtstrend wieder aufgenommen und steigt heute Morgen auf rund 1.365 USD je Feinunze. In Euro gerechnet verteuert sich Gold auf ein 3½-Wochenhoch von 1.225 EUR je Feinunze. Auch in Britischen Pfund gerechnet legt Gold deutlich zu und markiert mit 1.040 GBP je Feinunze ebenfalls ein 3½-Wochenhoch.
Die Bank von England hatte gestern in Reaktion auf die Brexit-Entscheidung wie erwartet die Zinsen gesenkt, überraschenderweise aber auch ihre Anleihekäufe (QE) um 60 Mrd. GBP ausgeweitet. Ferner wird sie Unternehmensanleihen im Wert von 10 Mrd. GBP kaufen.
Die ultra-lockere Geldpolitik vieler Zentralbanken – z.B. hatte die australische Notenbank vor wenigen Tagen die Zinsen gesenkt, die Bank von Japan und die EZB setzen ihre Anleihekäufe bis auf weiteres fort, und die US-Notenbank Fed wird mit ihrer nächsten Zinserhöhung wohl noch etwas warten – sollte den Goldpreis unseres Erachtens gut unterstützen.
Daran könnten wohl nur extrem starke US-Arbeitsmarktdaten heute Nachmittag etwas ändern. Die Gold-ETFs verzeichneten gestern wieder Zuflüsse von 5,5 Tonnen. Dies war der siebte Tageszufluss in Folge. Seit Monatsbeginn wurden die Bestände der von Bloomberg erfassten Gold-ETFs schon wieder um knapp 24 Tonnen aufgestockt. Gänzlich anders verhalten sich derzeit die ETF-Anleger bei Palladium. Laut Bloomberg gab es hier gestern einen weiteren Abfluss von 22 Tsd. Unzen.
Das war schon der zweite starke Abfluss in dieser Woche. Seit Monatsbeginn summieren sich die Abflüsse damit bereits auf 69 Tsd. Unzen, seit Jahresbeginn sogar auf 200 Tsd. Unzen. Der Palladiumpreis fiel wohl auch deshalb gestern kurzzeitig unter die Marke von 700 USD je Feinunze.



