Experte fordert im SPIEGEL automatische Erhöhung des Rentenalters. „Wenn die Lebenserwartung um drei Jahre steigt, kann man zwei Jahre länger arbeiten"
Das Renteneinstiegsalter muss weiter steigen – aber nicht zwangsläufig auf 69 Jahre. Rentenexperte Axel Börsch-Supan vom Münchner Max-Planck-Institut plädiert dafür, das Rentenalter in Zukunft an die tatsächliche Entwicklung der Lebenserwartung zu koppeln. „Wenn die Lebenserwartung um drei Jahre steigt, kann man zwei Jahre länger arbeiten – und sich dennoch ein Jahr mehr Rente gönnen“, sagte Börsch-Supan dem SPIEGEL.
Der Rentenexperte kritisiert den kurzen Planungshorizont der deutschen Rentenpolitik. Die Prognosen der Bundesregierung enden im Jahr 2030. „Die Amerikaner rechnen ihre Prognosen 75 Jahre in die Zukunft“, so Börsch-Supan. In Deutschland sei die Zeitspanne dagegen zuletzt sogar kürzer geworden. Das reflektiere „die Angst der Regierenden vor der Wahrheit“. Die aktuelle Rentendebatte sei geprägt von „Panik unter den Wahlkämpfern“, sagte Börsch-Supan.
Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte Forderungen nach einer Erhöhung des Rentenalters kategorisch abgelehnt. Die Idee sei „bekloppt“.



