Die Deutsche Bank dementiert: keine Kapitalerhöhung, keine staatliche Hilfen nötig. - Und was, wenn doch?
Von Cornelius Münsterhagen
Ein Kurs sagt bekanntlich mehr als 1000 Worte. Demnach sieht es bei der Deutschen Bank dramatisch aus.
Die Aktie stürzt von einem Rekordtief in das nächste. Grund: Berichten zufolge hat Kanzlerin Merkel Staatshilfen für die Deutsche Bank im Streit mit den USA ausgeschlossen, sie möchte noch nicht einmal diplomatische Beziehungen zu den US-Justizbehörden aufnehmen.
Dies ist natürlich nicht verwunderlich, denn jedem mitdenkenden Bürger dürfte klar sein, dass sie ja von US-Gnaden ins Amt gekommen ist, bislang die perfekte Statthalterin der USA in Europa verkörpert hat und es daher sehr unwahrscheinlich ist, dass Sie sich auch in Zukunft gegen ihre „Förderer“ in Übersee stellen wird.
Die Gefahr, dass die Deutsche oder eine andere europäische Großbank (vielleicht aus Italien?) kollabiert, ist nicht von der Hand zu weißen. Ob und wer diese dann wohl im Ernstfall rettet, um eine Systemkrise zu verhindern? Offene Fragen, die wenig hilfreich sind, wenn – wie schon 2008/09 nach Lehman – erst einmal alles zu Cash gemacht wird.
Eines steht jedoch jetzt schon fest: sollte der deutsche Bankenprimus wirklich in ernsthafte Schwierigkeiten geraten, muss der Staat eingreifen. Die Deutsche Bank ist bekanntlich too big to fail. Ihr Untergang würde das gesamte globale Geldsystem zum Einsturz bringen. Nicht zu vergessen: auch Deutschlands Nummer zwei, die Commerzbank, ist teilweise noch in Staatsbesitz. Eine Blaupause für die Deutsche Bank?
Noch hagelt es Dementis: der Deutschen Bank geht es angeblich nicht schlecht. Kapitalerhöhungen stehen nicht zur Debatte. Staatliche Unterstützung werden nicht angefordert. - Ähnliches hatten wir auch zu Beginn der Finanzkrise von großen US-Banken gehört. Am Ende waren einige von ihnen pleite oder wurden übernommen. Nicht zu vergessen: seit Beginn der Finanzkrise 2008 ging in den USA bei fast 2000 Finanzinstituten das Licht aus.
Ohne Zweifel: Der Kurs der Deutschen Bank signalisiert Alarm. Daran kann es keinen Zweifel geben. Trotz gegenteiliger Beteuerungen könnte schon bald der Ernstfall eintreten. Das heißt, der Staat muss für die Bank gerade stehen. Und an diesem Punkt könnte Merkel zerbrechen. Eine staatliche Stützung der Deutschen Bank mit Steuergeldern dürfte die Bundeskanzlerin nicht überleben.



