Verfassungsschutz: „Moscheen spielen weiter zentrale Rolle für Radikalisierung von Islamisten“. Fast die Hälfte der nach Syrien und Irak ausgereisten Salafisten waren zuvor in Moscheegemeinden aktiv.
Moscheen sind für die Anwerbung in der radikalislamistischen Szene weiterhin wichtige Anlaufstellen. So war fast die Hälfte der Salafisten, die nach Syrien oder Irak ausreisten, zuvor in Moscheen aktiv. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Woche“ (Freitag) unter Bezug auf eine bisher noch unveröffentlichte Untersuchung des Verfassungsschutzes.
Danach waren von 624 Salafisten, die nach Syrien und in den Irak reisten, 268 vor ihrer Ausreise in einer Moscheegemeinde, einem Moscheeverband oder einem Moscheeverein aktiv. Das entspricht 43 Prozent. „Die Moscheen spielen für die Radikalisierung von Islamisten in Deutschland weiterhin eine zentrale Rolle“, zitiert die F.A.Z.-Woche eine Sprecherin des Bundesamtes für Verfassungsschutz.
Die Untersuchung analysiert fortlaufend Hintergründe und Verlauf der Radikalisierung von Personen, die mit islamistischer Motivation nach Syrien oder Irak ausreisten. Grundlage sind Daten von insgesamt 784 Personen, die ausreisten oder eine solche Ausreise aktiv versuchten. Die Gesamtzahl der Salafisten wird vom Verfassungsschutz bundesweit mit 9200 Personen angegeben.



