Großaktionäre aus Katar erwägen Aufstockung bei der Deutschen Bank. Ziel: gemeinsam mit anderen Investoren eine Sperrminorität von 25 Prozent zu erwerben.
Die Deutsche Bank kann in ihrer schwierigen Lage möglicherweise auf Hilfe des Großaktionärs aus Katar hoffen. Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, erwägen Scheich Hamad Bin Jassim Bin Jabor Al-Thani, Ex-Premier des Landes, und sein Cousin, der ehemalige Staatschef Hamad Bin Khalifa Al-Thani, die Bank mit neuem Kapital zu unterstützen und gemeinsam mit anderen Investoren eine Sperrminorität von 25 Prozent zu erwerben.
Als Partner für einen solchen Schritt kämen vor allem Staats- fonds in Frage, einige von ihnen sollen bereit sein, langfristig Geld in den Konzern zu stecken. Bislang halten die beiden Scheichs knapp zehn Prozent an der Deutschen Bank. Allerdings heißt es, die Katarer wollten nur weiter ins Risiko gehen, wenn sie bei der Deutschen Bank durchgreifen könnten.
Man sei frustriert darüber, dass die Bank nicht aus der Defensive komme, und zunehmend unglücklich mit dem jetzigen Management der Bank um John Cryan. Sollten die Katarer weiter aufstocken, würden sie wohl auch auf Veränderungen im Vorstand drängen. Die Bundesregierung hätte gegen ein stärkeres Engagement der Katarer nichts einzuwenden.
„Mit einem solchen Investor haben wir kein Problem“, heißt es im Bundesfinanzministerium von Ressortchef Wolfgang Schäuble (CDU). Man habe auch nichts dagegen, sollten die Katarer eine Sperrminorität von 25 Prozent oder mehr anpeilen. Die Experten im Bundesfinanzministerium erwarten, dass sich neben den Katarern noch eine Reihe anderer Investoren für das angeschlagene Institut interessieren werden, vor allem Staatsfonds.
Sie blieben jedoch in Deckung, solange der Rechtsstreit mit der US-amerikanischen Regierung nicht endgültig ausgefochten sei. Auch die Katarer zögern offenbar, den ersten Schritt zu machen. Die Bank äußert sich nicht zu dem Thema, die Katarer waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.



