EU will Einreisende durchleuchten. Sie sollen künftig einen umfangreichen Online-Antrag ausfüllen und einen Betrag von fünf Euro bezahlen müssen, bevor sie in die EU dürfen.
Bürger aus Drittstaaten wie den USA, Brasilien oder Albanien sollen künftig einen umfangreichen Online-Antrag ausfüllen und einen Betrag von fünf Euro bezahlen müssen, bevor sie in die EU einreisen dürfen. Das sehen nach Handelsblatt-Informationen Vorschläge der EU-Kommission vor, die am Mittwoch vorgestellt werden. Um Dschihadisten, Kriminelle oder illegale Einwanderer frühzeitig zu erkennen, sollen die Antragsteller nach bestimmten Verdachtsprofilen gescannt werden.
Vorbild für das neue, gut 200 Millionen Euro teure European Travel Information and Authorisation System (ETIAS) ist das amerikanische ESTA-Verfahren, das für Bürger aus nicht-visapflichtigen Staaten greift. Die in ETIAS erfassten Informationen sollen unter anderem mit den Europol-Listen gesuchter Terroristen und Krimineller abgeglichen werden. Darüber hinaus sollen spezifische Analysep rofile hinterlegt werden, um verdächtige Fälle identifizieren zu können.
Als Beispiele werden in EU-Kreisen etwa junge, unverheiratete Frauen aus Moldawien genannt, die erfahrungsgemäß häufig von Menschenhändlern in EU-Länder gelockt und dort zur Prostitution gezwungen werden. Ein weiteres Beispiel wären demnach arbeitslose junge Männer etwa aus dem Kosovo oder Albanien, die vielfach in der EU Asyl beantragt hatten, ohne Anspruch darauf zu haben. Die Profile sollten aber spezifisch genug sein, damit die Behörden nicht von einer Flut von Verdachtsfällen überrollt würden, sagte ein EU-Diplomat.



