Goldpreis stürzt auf 9½-Monatstief. Gute US-Konjunkturdaten, die in einem weiter aufwertenden US-Dollar resultierten, hatten die nächste Verkaufswelle ausgelöst.
Von Commerzbank Commodity Research
Der schon seit zwei Wochen anhaltende Verkaufsdruck auf Gold wurde gestern zu groß, so dass Gold unter die psychologisch wichtige Marke von 1.200 USD je Feinunze fiel, was zu technisch-bedingten Anschlussverkäufen führte. Mit gut 1.180 USD markierte Gold den tiefsten Stand seit Anfang Februar.
Gute US-Konjunkturdaten, die in einem weiter aufwertenden US-Dollar resultierten, hatten gestern Nachmittag die nächste Verkaufswelle ausgelöst. Der US-Dollar-Index stieg auf den höchsten Stand seit März 2003. Zudem legten die US-Aktienmärkte weiter zu, was für einen anhaltend hohen Risikoappetit der Marktteilnehmer spricht, und die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen stieg erstmals seit Juli 2015 wieder über die Marke von 2,4%.
Darüber hinaus gab es bei den Gold-ETFs weitere massive Abflüsse. Die Bestände wurden gestern um 13,7 Tonnen auf ein 5-Monatstief von nur noch etwas mehr als 1.900 Tonnen abgebaut. Dies war bereits der zehnte Tagesabfluss in Folge. In Summe haben die ETFs in diesem Zeitraum 101 Tonnen Gold verloren.
Für zusätzlichen Abgabedruck sorgten Gerüchte, wonach in Indien ein Importverbot für Gold eingeführt werden könnte. Indien importierte allein im Oktober fast 100 Tonnen Gold. In Euro gerechnet hielt sich Gold wegen des festen US-Dollar zwar etwas besser, markierte mit 1.122 EUR je Feinunze aber den tiefsten Stand seit Anfang Oktober.
Silber, Platin und Palladium wurden von Gold mit nach unten gezogen, hatten zum Handelsende hin aber einen Teil ihrer zwischenzeitlichen Verluste wieder aufgeholt. Mit 16,2 USD je Feinunze notierte Silber zeitweise auf einem 5½-Monatstief.



