Commerzbank: Weitere umfangreiche Abflüsse aus Gold- und Palladium-ETFs. Mit 6,3 Tonnen verzeichneten die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs den zwölften Tagesabfluss in Folge.
Von Commerzbank Commodity Research
Nachdem sich Gold gestern Morgen im Zuge eines schwächeren US-Dollar etwas erholt hatte, steht es seit gestern Nachmittag wieder unter Druck. Heute Morgen notiert es bei rund 1.190 USD je Feinunze. Denn die US-Währung nahm ihren Aufwärtstrend wieder auf.
Zwar sind die Anleiherenditen etwas zurückgegangen, aber dies gibt dem Goldpreis kaum Unterstützung. Hier dürften die umfangreichen ETF-Abflüsse schwerer wiegen, die sich auch gestern fortsetzen. Mit 6,3 Tonnen verzeichneten die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs den zwölften Tagesabfluss in Folge.
Deren Bestände wurden in dieser Zeit um über 116 Tonnen abgebaut und liegen damit auf dem tiefsten Stand seit Ende Juni. Preisbelastend wirkt sich wohl auch der weitere Rückzug der spekulativen Finanzinvestoren aus. Diese haben gemäß CFTC-Statistik ihre Netto-Long-Positionen bei Gold in der Woche zum 22. November weiter auf 124,4 Tsd. Kontrakte reduziert, den niedrigsten Wert seit Anfang März.
Das einzige Edelmetall, bei dem Netto-Long-Positionen in der Berichtswoche aufgebaut wurden, war Palladium. Sie liegen nun sogar auf einem 6-Wochenhoch. Damit wird deutlich, dass der Preisanstieg von Palladium – das hauptsächlich in der Automobilindustrie verwendete Edelmetall markierte gestern bei über 760 USD je Feinunze ein 18-Monatshoch – zum Großteil spekulativ getrieben ist. Umfangreiche ETF-Abflüsse – gestern wurden die Bestände wieder um fast 25 Tsd. Unzen abgebaut – haben dagegen aktuell keine Auswirkungen auf den Preis.



