Die ARD-„Tagesschau“ verschwieg in der 20-Uhr-Ausgabe gestern bewusst die Hintergründe zum tragischen Mord in Freiburg. Der Fall habe eher „regionale Bedeutung“.
Obwohl fast sämtliche Medien darüber berichteten, fand "Freiburg" und die Hintergründe zum Mord an einer 19-jährigen in der 20-Uhr-Tagesschau gestern nicht statt.
Der Fall habe eher „regionale Bedeutung“, zudem gelte bei dem noch minderjährigen Verdächtigen „der besondere Schutz von Jugendlichen“, schrieb die in Hamburg ansässige Redaktion von ARD-Aktuell am späten Samstagabend in einem Facebook-Kommentar. „Auf Tagesschau.de sowie auf Facebook und Twitter haben wir am Nachmittag berichtet.“ Auf diesen Eintrag reagierten zahlreiche Nutzer mit Kritik.
Unter einem Link zu Berichterstattung des Südwestrundfunks (SWR) erklärte die „Tagesschau“ ihre Vorgehensweise wie folgt: „Bei aller Tragik für die Familie des Opfers hat dieser Kriminalfall eine regionale Bedeutung. Die Tagesschau berichtet überregional, als Nachrichtensendung für ganz Deutschland.
Darüber hinaus haben die Ermittlungsbehörden die Presse von der Festnahme eines Tatverdächtigen in Kenntnis gesetzt. Es gilt die Unschuldsvermutung. Da es sich bei dem Verdächtigen um einen 17-Jährigen handelt, ist bei jeglicher Berichterstattung der besondere Schutz von Jugendlichen und Heranwachsenden zu beachten - unabhängig von deren Herkunft.“
Der angeblich minderjährige Verdächtige war am Freitag festgenommen worden. Es handelt sich um einen unbegleiteten Flüchtling, der im vergangenen Jahr aus Afghanistan eingereist war und bei einer Familie in Freiburg lebte. Die 19-jährige Studentin war Mitte Oktober auf dem Heimweg von einer Party vergewaltigt worden und starb nach Polizeiangaben durch Ertrinken.



