Millionengagen für Spielerberater / Julian Brandts Vater kassiert in Leverkusen
Im zweiten Teil seiner Auswertungen der Football-Leaks-Daten beschreibt der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe die Millionengeschäfte der Spielerberater. Unter ihnen auch viele deutsche Agenten.
So kassiert zum Beispiel die Agentur des Spielerberaters Volker Struth fünf Millionen Euro, weil der deutsche Nationalspieler Toni Kroos kürzlich seinen Vertrag bei Real Madrid vorzeitig um zwei weitere Jahre bis 2022 verlängerte. Demnach erhielt Struths Agentur bis Ende Oktober von Real eine erste Anzahlung in Höhe von zwei Millionen Euro, die restlichen drei Millionen werden in zwei weiteren Tranchen bis Oktober 2018 fällig.
Die Football-Leaks-Dokumente zeigen, in welche finanziellen Dimensionen Spielerberater im internationalen Fußballbusiness vorgestoßen sind. So vereinbarte der Agent David Manasseh für den Wechsel des walisischen Stürmers Gareth Bale im Spätsommer 2013 von Tottenham Hotspur zu Real Madrid ein Honorar von 16,373 Millionen Euro.
Auch in der Bundesliga sind die Gagen für die Agenten extrem angestiegen. So verdiente etwa die Agentur des Spielerberaters Roger Wittmann 2013 an der Vertragsverlängerung des damals 19-jährigen Julian Draxler beim FC Schalke 04 und an dessen späterem Ver- kauf zum VfL Wolfsburg im August 2015 insgesamt rund sieben Millionen Euro.
In den Unterlagen von Football-Leaks befinden sich auch einige merkwürdige Geschäfte. So schloss Werder Bremen im Herbst 2009 einen Vertrag mit drei Spielerberatern, von denen zwei für eine Firma im Steuerparadies British Virgin Islands arbeiteten.
Unterzeichnet hatte das zwei Seiten umfassende Dokument auch der damalige Werder-Sportdirektor Klaus Allofs, der heute als Geschäftsführer beim VfL Wolfsburg tätig ist. Allofs ließ die Frage offen, warum er die beiden Berater mit Offshore-Firmensitz überhaupt in das Geschäft eingeschaltet hatte. Werder Bremen kommentierte die Vorgänge nicht.
Eigenartig ist auch der Vertrag, den Bayer Leverkusen 2013 mit dem Vater von Julian Brandt abgeschlossen hat. Der Bundesligist zahlte Jürgen Brandt in den vergangenen drei Jahren insgesamt über eine Million Euro dafür, dass er seinen eigenen Sohn Julian an den Werksklub vermittelt hat.
Laut den Dokumenten des Football-Leaks-Datensatzes verdient der Vater des deutschen Nationalspielers Julian Brandt noch heute am Wechsel seines damals minderjährigen Sohnes vom VfL Wolfsburg nach Leverkusen.



