Fed schickt Goldpreis auf Talfahrt. Die Feinunze markiert den tiefsten Stand seit Anfang Februar. Der US-Dollar-Index stieg auf den höchsten Stand seit 14 Jahren.
Von Commerzbank Commodity Research
Gold fällt heute Morgen im Nachgang der Sitzung der US-Notenbank Fed zeitweise auf 1.135 USD je Feinunze und markiert damit den tiefsten Stand seit Anfang Februar. Seit der Veröffentlichung der Sitzungsergebnisse gestern Abend hat Gold rund 2% verloren.
Die Fed hat zwar wie erwartet die Zinsen um 25 Basispunkte angehoben. Sie hat den Markt aber auch dahingehend überrascht, dass sie für 2017 drei weitere Zinsschritte angedeutet und damit de facto den Beginn eines neuen Zinserhöhungszyklus eingeläutet hat.
Bislang ging der Markt von zwei weiteren Zinserhöhungen im nächsten Jahr aus. Entgegen früheren Andeutungen scheint der Markt diesmal der Fed auch zu glauben und hat bereits eine dritte Zinserhöhung 2017 in Teilen eingepreist. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen stieg daraufhin auf fast 2,6% und der US-Dollar wertete deutlich auf.
Der US-Dollar-Index stieg auf den höchsten Stand seit 14 Jahren. Die für gestern berichteten Abflüsse aus den Gold-ETFs von fast 22 Tonnen waren die stärksten an einem Tag seit Juli 2013. Sie dürften aber nur zu einem geringen Teil auf die Fed-Sitzung zurückzuführen sein.
So verzeichnete der SPDR Gold Trust gestern „nur“ Abflüsse von 6,8 Tonnen. Wir wären daher nicht überrascht, wenn es heute weitere umfangreiche Abflüsse geben wird. Auch dürften sich die spekulativen Finanzinvestoren aus Gold weiter zurückgezogen und somit den Preisrückgang verstärkt haben.
Wir sehen nach wie vor Abwärtsdruck bei Gold und gehen von einem weiteren Preisrückgang auf etwa 1.100 USD je Feinunze aus, bevor sich der Preis stabilisiert.



