Taxiverband Deutschland sieht keine Handhabe im Fall Özdemir. Vorschlag des Vorsitzenden der Innung des Berliner Taxigewerbes von Bild- und Tonaufzeichnung der Fahrgäste stößt auf Ablehnung.
Der Taxiverband Deutschland e.V. hat die Drohungen von Berliner Taxifahrern gegen den Grünen-Vorsitzenden Cem Özdemir scharf kritisiert, sieht aber wenig Möglichkeiten, etwas dagegen zu unternehmen. „Was kann man gegen Dummheit machen?“, sagte der stellvertretende Verbandsvorsitzende Matthias Schmidt der „Berliner Zeitung“ (Online-Ausgabe).
„Nationalismus ist eine Dummheit. Und ein Fahrer hat die Klappe zu halten; das ist eine Frage des Berufsethos.“ Er fügte hinzu: „Wir sollten doch froh sein, dass Herr Özdemir mit dem Taxi fährt. Das ist schließlich Werbung.“
Den Vorschlag des Vorsitzenden der Innung des Berliner Taxigewerbes, Leszek Nadolski, in Taxen Kameras einzubauen, hält Schmidt allerdings für nicht realistisch. Ihn persönlich befalle Unwohlsein bei dem Gedanken, dass alle Gespräche aufgezeichnet und gespeichert würden. Außerdem seien massive Auseinandersetzungen mit Datenschützern zu befürchten. „Dafür gibt es keine Chance.“
Der stellvertretende Bundesverbandschef räumte ein: „Man muss mit diesen flegelhaften Fahrern leben.“ Özdemir hatte sich in einem Brief an die Berliner Taxi-Innung über mehrfache Anfeindungen nationalistischer türkischstämmiger Taxifahrer beschwert. Diese entzünden sich offenbar nicht zuletzt an der Armenien-Resolution des Bundestages vom vorigen Sommer, in der das Vorgehen des Osmanischen Reiches, des Vorläufers der modernen Türkei, als „Völkermord“ bezeichnet wird.
Der 51-Jährige, der jetzt auch Spitzenkandidat seiner Partei bei der Bundestagswahl ist, hatte sie mit auf den Weg gebracht.



