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Dank Trump: Der Rubel rollt wieder

Rubel stärkste Währung der Welt in 2016. Moskauer Börse profitiert vom Trump-Effekt. Wall Street auf Allzeit-Hoch. Trump bringt Märkte in Schwung und provoziert die Presse.  - Gold/Silber werden noch kommen. Emerging Marktes wieder gefragt. Bitcoins schwanken.

 

von Andreas Männicke

Auf dem sehr gut besuchten Fondskongress in Mannheim am 25./26. Januar, wo ich persönlich anwesend war, gibt es jedes Jahr ein  Stelldichein der Fondsmanager, die ihre Meinungen über die Märkte und ihren Anlagestil kundtun. Wenn man diesmal abseits der 220 Vorträge durch die Reihen der Aussteller ging, schien es nur ein Gesprächsthema zu geben und das war der neue US-Präsident Donald Trump, der sprichwörtlich in aller Munde war.

 

In der Tat wird Trump in diesem Jahr die Märkte nachhaltig in die eine oder auch andere Richtung beeinflussen, aber es gibt noch wesentlich mehr Faktoren, die zu beachten sind. Diskutiert wurde fachmännisch, was wohl die besten Geldanlagen in diesem Jahr sein werden. Einige Trends sind dabei jetzt schon erkennbar.

 

Politik als brisantes Börsenthema

Es fiel auf dem Fondskongress in Mannheim zunächst auf, dass mit dem Ex-Wirtschaftsminister und Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg   und dem CDU-Politiker Friedrich Merz als Star-Referenten zwei ehemalige Hoffnungsträger der CDU auf die Seiten der Berater und Investoren in der Wirtschaft gewechselt sind nach dem Motto: „die guten und kompetenten Politiker wechseln in die Wirtschaft, der Rest bleibt in der Politik“.

 

Während Guttenberg Start ups in den USA mitfinanziert, wechselte Merz in den Aufsichtsrat des größten Vermögensverwalters der Welt Blackrock. In den USA ist es nun genau umgekehrt, denn dort werden gerade die Wirtschaftskapitäne und Milliardäre zu Politkern gemacht und so mancher fragt sich auch das, ob das auf die Dauer gut gehen kann.

 

Trump setzt sein Wahlprogramm um und erntet Kritik bei  Massenprotesten

Zudem fiel auf, dass die Vortragsäle bei den Reden von Guttenberg und Merz überfüllt waren. Dies  verwundert nicht, weil die Themen, wie es jetzt weitergeht mit Trump und Europa, auch maßgeblich in diesem Jahr die Börsen beeinflussen werden. Trump schien tatsächlich das durchsetzen zu wollen, was er im seinem Wahlprogramm androhte, was sehr protektionistische Maßnahmen sind. Es ist aber fraglich, ob er dadurch die USA wirklich wieder zur alten Stärke und Größe führen kann oder ob er sich damit wohlmöglich selbst ins eigene Fleisch schneidet.

 

Schon jetzt beschloss Trump durch Erlass den Bau einer Mauer vor Mexikos Grenze, der durch eine 20 prozentige Importsteuer auf Mexikos Waren finanziert werden soll und er beschloss das Einreiseverbot für Moslems, die aus dem Ausland kommen. Alleine diese beiden Maßnahmen führten zu Proteststürmen. In New York kam es schon zuvor zu Massenprotesten von Frauen wegen seiner sexistischen Bemerkungen im Wahlkampf.

 

Nun gibt es neue Massenproteste wegen des Einreiseverbots für Moslems angeblich aus Sicherheitsgründen, wogegen auch Angela Merkel bei dem ersten Telefongespräch mit Trump protestierte. Aber auch im eigenen Lager bekommt Trump zunehmend Widerstand zu spüren wie von dem Ex-Präsidentschaftskandidat McCain.

 

Putin auf Augenhöhe mit Merkel und Abe beim ersten Gespräch mit Trump

Als ersten Staatsgast empfing Trump den britsche Primier May aus Großbritannien im Weißen Haus  und lobte May für den Schritt zum Brexit. Beide Länder wollen nun bilaterale Handelsbeziehungen aufbauen, die beiden Ländern dienen. Trump führte am Wochenende erste Telefongespräche mit der Bundeskanzlerin  Merkel mit dem japanischen Primier Abe und auch mi dem russischen Präsidenten  Putin, die ihm wohl alle gleich wichtig erschienen.

 

Dow Jones Industrial Index (DJI) auf Allzeit-Hoch

Nun warten aber auch die Investoren auf die Umsetzung der angekündigten Streuermäßigungen für US-Unternehmen und die Infrastrukturinvestitionen, denn dies waren die Hauptgründe dafür, dass die Wall Street auch mit Trump im Amt am 26. Januar, also 6 Tage nach seiner Inauguration in Washington, ein neues Allzeit-Hoch erreichte.

 

Der Dow Jones  Industrial Index überwand am 25. Januar 2017 erstmals die „magische“ 20.000-er Marke. Aber auch der DAX stieg auf ein neues Jahres-Hoch von über 11.800 Indexpunkten. Gold gab hingegen wieder auf unter 1200 USD/Unze nach. Brentöl konnte sich bei 55 US-Dollar/Barrel behaupten. Der Euro blieb stabil bei 1,07 EUR/USD.

 

Beim DAX sind derzeit noch keine Höchststände in Sicht. Allerdings konnten sich bestimmte Börsensegmente gut erholen. Allen voran die Deutsche Bank und die Commerzbank. Es sieht so aus, als wenn sich der Bankensektor weltweit nach der Trump-Wahl erholen würde. In Sachen Deutsche Bank wird darauf spekuliert, dass die Strafen in den USA vielleicht nicht so hoch ausfallen werden.

 

Kommt es zu einem Handelskrieg der USA mit China und Europa?

Die Referenten beim Fondskongress in Mannheim Guttenberg und Merz waren beide der Auffassung, dass Trump durchaus zunächst „liefern“ wird und damit die Wall Street auf neue Höchstkurse treiben wird; sie waren aber sehr in Zweifel, ob dies nachaltig sein kann. Der zunehmende Protektionismus und der mögliche Handelskrieg mit China  werden die USA mittel- bis langfristig eher schaden, worunter aber auch Europa leiden würde.

 

Beide Redner appellierten an ein starkes Europa und warnten aber gleichzeitig vor einem Zerfall Europas. Die Ex-Facebook-Marketing-Chefin Randi Zuckerberg machte deutlich, wie wichtig in Zukunft Social-Media-Marketing für jedes Unternehmen ist.

 

Die Börse aus Kasachstan als Top-Performer der Welt

Auf dem Fondskongress in Mannheim wurden mit 220 Austellern und Fachvorträgen neue und alte Ideen und Konzepte der Geldanlage vorgestellt. Dabei waren Multi-Asset-Strategien und Total Return–Strategien bei Fonds in der Mehrzahl zu finden. Aber auch Emerging Market-Themen waren stark vertreten. Überfüllt war auch der Saal bei  der Präsentation von Raiffeisen Capital Management mit einem Vortrag des Osteuropafondsmanagers  Gregor Holek über die „Perlen“ aus Osteuropa.

 

Der russische Aktienmarkt war einer der Top-Performer der Weltbörsen im letzten Jahr, wobei die Aktien aus Russland auch im Osteuropafonds hochgewichtet sind. Am besten schnitten in 1 Jahr aber die Aktien aus Kasachstan mit fast einer Kursverdoppelung ab.  Auch in diesem Jahr stiegen die Aktien aus Kasachstan gemessen am KTX-Index schon um über 10 Prozent.

 

Rohstoffe und Exchange Traded Funds rücken wieder in den Mittelpunkt

Aber auch der Wert von Bitcoins konnte sich im Wert im letzten Jahr verdoppeln. Sehr positiv war auch die Entwicklung von Rohstoffen und hier wiederum besonders von Öl/Gas und einiger Industriemetalle. So konnte der Zinkpreis in 1 Jahr um über 80 Prozent zulegen, aber auch der Ölpreis in etwa gleicher Höhe.

 

Privatanleger können an der guten Performance durch den Kauf von sogenannten Exchange Traded Commodities (ETC) teilnehmen, die von der BNP Paribas herausgegeben werden. Profitiert hatten von dem positiven Rohstofftrend wieder die Emerging Markets, die nun wieder mehr in den Mittelpunkt des Anlegerinteresses rücken, nachdem Sie in den Jahren 2012 bis 2015 auch aufgrund der schwachen Rohstoffpreise eine Durststrecke hinzunehmen hatten.

 

Aus Währungsrisiken werden Währungschancen: Rubel stärkste Währung der Welt in 2016 – neben Bitcoins

Zu den hohen Kursgewinnen in Emerging Markets  gesellten sich im letzten Jahr selektiv auch hohe Währungsgewinne wie beim russischen Rubel und dem brasilianischen Real, die zu den stärksten Währungen der Welt gehörten, was in den Jahren 2014/15 nicht der Fall war. So gab der Euro zum Rubel in  1 Jahr um 21 Prozent auf 64 EU/RUB  nach und der US-Dollar zum Rubel sogar um 23 Prozent auf 59 RUB/USD Ein ähnlicher Rebound könnte der türkischen Lira in den nächsten Jahren gelingen, die im letzten Jahr aus bekannten Erdogan-Gründen abgestürzt ist. Die hohen Währungsrisiken und -chancen sind auch in Zukunft weiter zu beachten.

 

Bitcoins mit Chancen trotz Bitcoin-Crash zu Jahresbeginn

Bitcoins waren in 2016 mit einer Kursverdoppelung die beste Geldanlage der Welt. Dies könnte sich auch in 2017 fortsetzen, auch wenn die Bitcoin-Kurse stark schwanken. Zu Jahresbeginn gab es einen Bitcoin-Crash infolge der Untersuchungen der chinesischen Börsenaufsicht, die einige Unregelmäßigkeiten bei großen Bitcoin-Portalen in China entdeckten. Der Bitcoin-Kurs brach von über 1050 EUR/BTC auf unter 800 EUR/BTC ein, erholte sich jetzt aber wieder auf 866 EUR/BTC.

 

Frontier Markets mit guten Outperformancechancen

Als Frontier Markets, also die kommenden Emerging Markets der zweiten Reihe, werden die Aktienmärkte aus Vietnam, Pakistan, Argentinien als besonders chancenreich eingestuft. Auch die Frontier Markets aus Rumänien, Bulgarien und Kasachstan verdienen weiterhin Beachtung.

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