Lieber Leser,
die Deutsche Bank kommt bei ihren Aufräumarbeiten weiter gut voran. Nachdem Ende Dezember mit dem US-Hypothekenstreit der größte Rechtsfall beigelegt werden konnte, ist Deutschlands größtem Geldhaus nun auch im Streit um Geldwäschegeschäfte in Russland der Durchbruch gelungen. Und letztlich kommt das Institut auch glimpflicher davon als erwartet. Der Vergleich kostet die Deutsche Bank nämlich „nur“ 600 Mio. Euro, obgleich eine Rückstellung über 1 Mrd. Euro für diesen Fall gebildet worden war. Was mit den restlichen 400 Mio. Euro geschieht, wird sich zeigen. Schließlich sieht sich das Geldhaus noch mit vielen weiteren Rechtsstreitigkeiten konfrontiert und kann daher jeden Euro gut gebrauchen. Hinzu kommt, dass den Banken mit dem Beschluss von Basel IV härtere Kapitalauflagen drohen. Auch in dieser Hinsicht kommen Kapitalpuffer nicht ungelegen.
Was hat es mit der Geldwäsche-Affäre auf sich?
Laut dem Manager Magazin sollen Deutsche Bank-Kunden über eine Moskauer Niederlassung des Finanzinstituts jahrelang Rubel im Gesamtwert von knapp 10 Mrd. Euro sauber gewachsen haben. Nach Ansicht der New Yorker Finanzaufsicht DFS steht dabei vor allem auch die Compliance-Abteilung der Bank im Fokus, ihr werden mangelnde Kontrollen vorgeworfen. Knapp 400 Mio. Euro muss die Deutsche Bank nun an die New Yorker Finanzaufsicht zahlen, 203 Mio. Euro gehen an die britische Finanzmarktaufsichtsbehörde.
Wie reagiert die Aktie?
An der Börse sorgten die positiven Nachrichten in einem schwachen Gesamtmarkt für keinen weiteren Kursschub. Doch auch so kann sich das Chartbild absolut sehen lassen. Seit Ende September hat sich die Aktie um fast 100 Prozent verteuert. Mit großer Spannung werden nun die Jahresgeschäftszahlen erwartet, die die Bank an diesem Donnerstag vorlegen will.
Ein Gastbeitrag von Hermann Pichler.
Herzliche Grüße
Ihr Robert Sasse



