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Deutsche Bank: Schwein gehabt!

Liebe Leser,

das laufende Geschäftsjahr wird für die Deutsche Bank zur Bewährungsprobe. Nachdem man Ende 2016 bereits zu einem vergleichsweise glimpflichen Abschluss im Hypothekenstreit gekommen war, stehen aktuell weitere offene Rechtsstreitigkeiten auf der Agenda. Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete, können die Deutschbanker einen weiteren Zwist zu durchaus passablen Konditionen ad acta legen.

Geldwäsche-Skandal

Nach Informationen der zuständigen Ermittler geht es hierbei um russische Kunden, welche über den Aktien-Handel Rubel in Dollar gewaschen haben sollen. Insgesamt soll sich der Geldwäschebetrag auf üppige zehn Milliarden Dollar summieren. Dabei habe die Deutsche Bank ihre Aufsichtspflicht verletzt und somit zahlreiche Gelegenheiten verpasst, die unsauberen Machenschaften aufzudecken und zu beenden. Die Vorwürfe wurden von der New Yorker Finanzaufsichtsbehörde DFS formuliert.

Russische Kunden sollen in Moskau Standardaktien der Deutschen Bank in der Heimatwährung Rubel gekauft haben, um diese anschließend zum Beispiel über die Deutsche Bank in London zu verkaufen und damit Dollars einzustreichen. Da diese Transaktionen wirtschaftlich keine Vorteile erbrachten, wurden die Ermittler hellhörig.

Millionenstrafen in Sicht

Nun geht es für die Deutsche Bank wieder einmal um Schadensbegleichung und -begrenzung. Zunächst sollen die Frankfurter 397 Millionen Euro (425 Millionen US-Dollar) an die DFS überweisen. Ein mutmaßlich zu zahlender Betrag in Höhe von etwa 200 Millionen Euro, welcher an die britische Bankenaufsicht FCA gehen soll, ist bis dato vonseiten der Behörde noch nicht bestätigt. Damit könnte sich die Gesamtstrafsumme in diesem Fall auf knapp 600 Millionen Euro belaufen.

Maria Vullo, Chefin bei der DFS, attestierte der Deutschen Bank großen Nachholbedarf in Sachen Einhaltung der Vorschriften und bemängelt die Untätigkeit der Frankfurter angesichts verfübarer Hinweise, welche vor der Aufdeckung bereits von anderen Geldinstituten gestreut wurden.

Optimismus in Frankfurt

Ein Sprecher der Deutschen Bank äußerte sich optimistisch und gab zu Protokoll, dass „die Summe (…) von den vorhandenen Rückstellungen für Rechtsrisiken weitgehend abgedeckt“ sei. Laut Insiderinformationen habe das Institut eine Milliarde Euro für diesen Fall zurückgelegt. Erwähnenswert bleibt der Fakt, dass andere Behörden wie das US-Justizministerium ebenfalls noch in jener Sache ermitteln. Ganz ausgestanden ist das Problem also noch nicht.

Trotzdem dürfte diese Nachricht zu einer optimistischen Stimmung beitragen. Auch an der Börse (XETRA) bewertete man den Zusammenhang positiv. Die Aktie konnte sich am Dienstag zur Mittagszeit mit einem Plus von 2,15 Prozent im Bereich der 19-Euro-Marke stabilisieren.

Ein Gastbeitrag von Norman Stepuhn.

Herzliche Grüße

Ihr Robert Sasse

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