Liebe Leser,
die deutsche Bekleidungs- und Textilindustrie hatte für 2016 eigentlich mit einem moderaten Wachstum von 1,5 % gerechnet. Doch nach der Rückmeldung aus dem Handel scheint es nach einem schwachen Dezembergeschäft bestenfalls zu einer schwarzen Null zu reichen. Für die krisengeschüttelte Branche ist dies eine bittere Erkenntnis.
Noch fehlen konkrete Zahlen für den Dezember. Bisher liegen sie nur für den Monat November vor:
- Inländische Produktion: +1,6 % (Textil) und +1,8 % (Bekleidung)
- Auftragseingang und Auftragsbestand: +0,5 % (Textil) und -2,9 % (Bekleidung)
- Erzeugerpreise: -0,2 % (Textil) und +1,3 % (Bekleidung)
- Umsatz im Bekleidungshandel: +5,2 %
Bekleidungsindustrie konnte mit Einzelhandel nicht mithalten
Die letzte Kennziffer wirkt auf den ersten Blick positiv, wird aber durch die enttäuschende Entwicklung im Gesamtjahr relativiert. Bis einschließlich November waren die Einnahmen nämlich um -0,5 % rückläufig. Und wenn das Feedback aus dem Handel richtig gedeutet wird, dann dürfte der Dezember allenfalls noch das Minus ausgleichen.
Diese Entwicklung ist nicht nur vor dem Hintergrund der vergangenen Jahre enttäuschend. Denn die positive Prognose zu Beginn des Jahres 2016 resultierte aus der Tatsache, dass sich das Konsumklima im Einzelhandel zunehmend aufhellte. Die Bekleidungsindustrie hoffte, auf dieser Welle mitreiten zu können und ihre Probleme hinter sich zu lassen. Doch das war ein Satz mit X. Denn während der Absatz im Einzelhandel tatsächlich kräftig anstieg, blieb die Bekleidungsindustrie auf ihren vollen Warenlagern hocken.



