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Til Schweiger: Böhmermann ist für mich das größte Brechmittel

Til Schweiger teilt aus: gegen das Nachrichtenmagazin Der Spiegel, Kulturstaatsministerin Claudia Roth und den Satiriker Jan Böhmermann.

Im Interview in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT spricht der deutsche Filmstar Til Schweiger über seine Alkoholsucht, seinen langwierigen Aufenthalt in der Klinik und er teilt aus – gegen das Nachrichtenmagazin Der Spiegel, Kulturstaatsministerin Claudia Roth und den Satiriker Jan Böhmermann. Wenn etwas nicht so gut gelaufen sei, so Schweiger, hätten deutsche Medien nie geschrieben, dass er auch über seine eigene Blödheit lachen könne. „Ich habe nämlich wirklich einen guten Humor – im Gegensatz zu Leuten wie Jan Böhmermann oder Oliver Pocher, die verachte ich, weil sie immer nur auf Kosten von anderen lachen.“ Wenn mal ein Joke auf ihre Kosten gehe, „ziehen sie eine Flunsch und kommen sofort mit einem Anwalt um die Ecke. Bäh! Böhmermann ist für mich das größte Brechmittel in der deutschen Medienlandschaft.“ 

Vor einem Jahr erschien ein Artikel im Spiegel, in dem von „mutmaßlicher Schikane und Gewalt bei einem Dreh“ Schweigers berichtet wurde. Zuletzt wies Schweiger Vorwürfe des absichtlichen Machtmissbrauches zurück. Dass er einen Kollegen am Set im alkoholisierten Zustand ins Gesicht geschlagen habe, bestätigt er in der ZEIT. „Man fasst jemandem nicht ins Gesicht. Erst recht nicht, wenn man den so mag.“ Er habe dem langjährigen Mitarbeiter von Constantin Film am Tag nach dem Vorfall Sprachnachrichten geschickt und sich entschuldigt. Der habe am Folgetag reagiert und ihm verziehen. Der Kollege sei Schweiger am Set übergeordnet gewesen, weisungsbefugt. „Bei vorherigen Produktionen war es andersherum. Aber ich Idiot habe das nicht gecheckt und bin ausgerastet. Das tut mir sehr leid. Er wollte mich in dem Moment vor mir selbst schützen, ich sollte nicht betrunken zu meinen Kollegen sprechen.“

Nach dem Artikel, so Schweiger im Gespräch mit der ZEIT, habe er „quasi ein Berufsverbot“ gehabt. „Ich bin ehrlich gesagt auch ein bisschen verzweifelt. Das habe ich noch nie eingestanden, weil ich dem Spiegel den Triumph nicht gönnen wollte. Schließlich glaube ich, der Artikel, ein sogenanntes hit piece, ist mit der vollen Absicht geschrieben worden, meine Karriere für immer zu beenden.“

Er wisse nicht, ob er für sein nächstes Filmprojekt einen Cent Förderung erhalte. Dass Kulturstaatsministerin Claudia Roth sich öffentlich von ihm distanzierte, macht ihn heute noch wütend: „Ich habe sie vielleicht nicht immer ernst genommen, aber ich fand die Roth nett. Beim Empfang von Angela Merkel, beim Bundesfilmpreis oder beim Bambi, immer wenn sie sah, dass ich fotografiert werde, stand sie sofort neben mir, umarmte mich und sagte: ‚Til, Til, Til.‘ Und dieselbe Person äußert sich derart, ohne mal anzurufen und zu fragen: ‚Til, was ist denn an den Vorwürfen dran?‘“

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