Lieber Leser,
unter verstärkten Abgabedruck gerieten unlängst die Kurse der Infineon-Aktie. Hintergrund der Abwärtskorrektur war die Mitteilung, dass der Mutterkonzern Cree die Übernahme seiner Tochter Wolfspeed durch die Münchener endgültig für gescheitert erklärt hat. Das Geschäft hatte offensichtlich große Erwartungen erzeugt, die nun zerplatzten.
Keinen Ärger mit US-Regierung heraufbeschwören
Wirklich überraschend kam die Absage freilich nicht, nachdem die US-Behörden das Vorhaben als Gefahr für die nationale Sicherheit bewerteten. Offenbar ist Cree zu der Entscheidung gelangt, keinen Ärger mit der amerikanischen Regierung unter Präsident Trump heraufbeschwören zu wollen, zumal die Aussichten auf ein Zustandekommen des Deals ohnehin faktisch gleich null waren. Schließlich kennen die USA bekanntlich kein Pardon, wenn es um die Sicherheit der Nation geht.
Börsianer reagieren verschnupft
Dass der Markt derart verschnupft reagierte, zeigt wie sinnvoll die Übernahme für Infineon gewesen wäre. Die Expertise, die Wolfspeed in puncto neuer Halbleitermaterialen besitzt, hätte dem Dax-Konzern beim Bau von kleineren und effizienteren Ladegeräten für Elektroautos geholfen. Dadurch hätte Infineon seine Position als Zulieferer für die PKW-Branche und für den Mobilfunk-Standard 5G stärken können. Nach dem Bruch des steilen Aufwärtstrends seit Juli letzten Jahres drängen sich Käufe der Infineon-Aktie derzeit nicht sonderlich auf, zumal das Papier mit einem KGV von über 21 für das Geschäftsjahr 2016/17 nicht günstig ist.



