Lieber Leser,
unter Abgabedruck stand zum Wochenauftakt die Aktie des Herstellers von Kunststoffen Covestro. Dabei präsentierte die Gesellschaft für das erste volle Geschäftsjahr nach der Abspaltung vom Bayer-Konzern, der aber nach wie vor mit 64% beteiligt ist, überaus erfreuliche Zahlen.
Nachsteuerertrag mehr als verdoppelt
Covestro konnten 2016 den Nettogewinn mehr als verdoppeln auf 795 Mio. Euro. Der Umstand, dass der Umsatz um 1,5% auf 11,9 Mrd. Euro zurückging, darf man nicht überbewerten. Hierfür waren in erster Linie die vergleichsweise niedrigen Preise speziell für Energierohstoffe verantwortlich. Die Verkaufsmengen legten kräftig zu und belegen die ausgezeichnete Marktstellung der Leverkusener.
Gewinnmitnahmen trotz vielversprechender Perspektiven
Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen ein weiteres Wachstum der Absatzmenge im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich. In dieser Hinsicht hatte der eine oder andere Anleger möglicherweise mehr erwartet. Zudem sorgten neuerliche Gerüchte über einen Komplettausstieg des Mutterkonzerns für Gewinnmitnahmen.
Rückblickend könnten sich diese Verkäufe als klar verfrüht erweisen. Denn nach der Kurserholung bei zahlreichen Rohstoffen konnte Covestro im Schlussquartal 2016 zum ersten Mal seit vielen Quartalen die Preise für seine Erzeugnisse erhöhen. Solange es nicht zu einer merklichen Abkühlung des globalen wirtschaftlichen Wachstums kommt, können Investoren sich für unter 70 Euro guten Gewissens einige Aktien des Kunststoffspezialisten ins Depot legen.



