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Commerzbank: Könnte diese Regelung zum Bumerang werden?

Liebe Leser,

was im ersten Moment wie eine Erleichterung für die deutsche Bankenbranche klingt, könnte sich für die Commerzbank noch als Bumerang erweisen.

Institutionelle Anleger sollen nicht mehr geschützt werden

Der Bundesverband deutscher Banken plant nämlich eine Veränderung bei der Einlagensicherung von Kundenvermögen. Das Kapital von institutionellen Anlegern wie Bund, Ländern, Kommunen, Finanzinstituten und Wertpapierfirmen soll nicht mehr durch die freiwillige Einlagensicherung der Banken geschützt werden. Begründung: Sie kennen sich mit dem Marktgeschehen zur Genüge aus. Natürlich gibt es für dieses Anlagevermögen noch eine Risikovorsorge durch die Regularien von Basel-III und ähnlichen Maßnahmen.

Die freiwillige Einlagensicherung soll in Zukunft nur noch dazu dienen, das Vermögen von Privatkunden, Unternehmen und Versicherungen abzusichern. Allerdings sollen Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen vom Schutz ausgeschlossen sein. Die Banken wenden dazu „pro Kunde mindestens eine Million Euro Einlage“ auf, so der Bundesverband.

Bankenverband-Präsident Hans-Walter Peters erläuterte die Gründe: „Wir mussten das Thema angehen, denn das Umfeld der freiwilligen Einlagensicherung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gravierend verändert. Ob Bankenabgabe, Eigenkapitalerhöhungen oder gesetzliche Einlagensicherung – die Kosten für die Banken sind durch die Regulierung drastisch gestiegen. Die Niedrigzinsphase erhöht außerdem den Kostendruck. Wir wollen jetzt die Kräfte bündeln und die Finanzkraft des Einlagensicherungsfonds für jene Kunden stärken, die tatsächlich Schutz bedürfen.“

Kundenprofil spricht für höhere Belastung

Die Regelung soll bereits ab Oktober in Kraft treten, muss aber noch von der Delegiertenversammlung im April abgesegnet werden. Ich bin gespannt, welche Auswirkungen die Reform auf die Commerzbank hat. Auf der einen Seite dürfte es zu einer kurzfristigen Entlastung des Etats kommen. Auf der anderen Seite sieht das Bankhaus seine Zukunft eh nicht bei den institutionellen Anlegern, sondern beim Mittelstand und den Privatkunden. In den nächsten drei Jahren soll diese Zielgruppen nochmals signifikant wachsen. Entsprechend mehr Geld wird man für die freiwillige Risikovorsorge aufwenden müssen, während Konkurrenten wie die Deutsche Bank wegen einer anderen Geschäftspolitik auch mittelfristig ihre Liquidität stärken werden.

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