Lieber Leser,
von ihrem Kurssturz am vergangenen Freitag konnte sich die Aktie der Deutschen Telekom in den folgenden Handelstagen kaum erholen. Nicht einmal die Präsentation eines innovativen Produkts auf der diesjährigen Mobilfunkmesse MWC in Barcelona verlieh den Notierungen nennenswerten Auftrieb.
Technologie noch in den Kinderschuhen
Die verhaltene Reaktion des Markts dürfte bestimmt auch daran gelegen haben, dass die gemeinsam mit Zeiss entwickelte Datenbrille noch in den Kinderschuhen steckt. Mit der Brille lassen sich zusätzliche Informationen, Apps oder Bilder ins Blickfeld der Träger einblenden, die beispielsweise die Navigation erleichtern. Auf Sicht von einigen Jahren könnte derartige Brillen Smartphones und letzten Endes sogar Computer ersetzen.
Teurer Ausbau der Netzinfrastruktur erforderlich
Gefertigt wird die Brille, die im Gegensatz zum Google-Modell die Rechenleistung direkt aus dem Internet bezieht, von dem Optik-Spezialisten Zeiss, während die Deutsche Telekom die Netzinfrastruktur beisteuert. Optimal funktionieren kann das Gerät allerdings nur, wenn das Netz auf den schnelleren 5G-Standard umgerüstet wird. Dieser Ausbau ist für die Telekom mit Milliarden-Investitionen verbunden. Bis die Datenbrille möglicherweise einmal ein Kassenschlager wird, werden mithin noch viele Jahre ins Land ziehen.
Allein dieser Aspekt rechtfertigt einen Einstieg in die T-Aktie daher nicht. Andererseits ist das Papier dank der großzügigen und verlässlichen Dividendenpolitik in Zeiten anhaltender Niedrigzinsen eine überlegenswerte Alternative zu Engagements am Geldmarkt.



