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Bayer: Sollten Covestro-Aktionäre es dem Mutterkonzern gleichtun?

Lieber Leser,

des einen Freund ist nicht selten des anderen Leid. Diese Erfahrung konnten am Aschermittwoch die Aktionäre von Bayer und Covestro machen. Während die Kurse des Dax-Konzerns nach der Veröffentlichung einer Nachricht, die beide Unternehmen betraf, kräftig anzogen, ging es mit Covestro-Notierungen erkennbar abwärts.

Erhöhter Finanzbedarf wegen Monsanto-Übernahme

Verantwortlich für diese Entwicklung war die Mitteilung, dass Bayer am Vortag ein Paket von 22 Mio. Aktien ihrer Tochterfirma zum Stückpreis von 66,50 Euro an institutionelle Investoren veräußerte. Damit reduzierte der Pharma- und Chemieriese seinen Anteil an Covestro von 64 auf 53%. Alles in allem spülte der Deal einen Bruttoerlös von 1,5 Mrd. Euro in die Kasse des Konzerns, der das Geld für die kostspielige Monsanto-Übernahme sicher gut gebrauchen kann. Zudem notierte die Covestro-Aktie davor mit rund 70 Euro auf einem Allzeithoch.

Kurzfristig keine weiteren Verkäufe von Covestro-Aktien geplant

Immerhin wird Bayer den Mehrheitsanteil bis auf weiteres behalten, wie der Konzern versicherte. Zumindest in den kommenden 3 Monaten sollte es daher zu keinen weiteren Verkäufen kommen. Früher oder später dürfte Bayer sich jedoch vollständig von der Tochter trennen, um den Schuldenberg im Zusammenhang mit der Einverleibung des US-Saatgutkonzerns nicht ins Unermessliche steigen zu lassen.

Auch wenn es bei Covestro gegenwärtig bemerkenswert rund läuft, ist der Monsanto-Kauf auf lange Sicht sinnvoller, da man auf diese Weise das schwächelnde Agrarchemiegeschäft auf Vordermann bringen kann. Solange die Aktienmärkte nicht allgemein unter verstärkten Abgabedruck geraten, besteht bei den Dividendenpapieren von Bayer zweifellos noch etwas Luft nach oben. Demgegenüber könnte es sich als Fehler erweisen, den jüngsten Rücksetzer bei der Covestro-Aktie für Käufe zu nutzen.

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