Dubai, Symbol für ungebremsten Reichtum und Globalisierung, liegt seit Samstag unter Schock. Schauplatz von Bränden, Eplosionen und Panik.
Von Meinrad Müller
Als Reaktion auf die massiven US-israelischen Angriffe auf den Iran, bei denen Ayatollah Ali Khamenei getötet wurde, hat Teheran mit Raketen und Drohnen zurückgeschlagen – und trifft nun die Vereinigten Arabischen Emirate hart. Die Inselbereiche Palm Jumeirah und die umliegenden Landmarken sind Schauplatz von Bränden, Eplosionen und Panik.
Am Samstagabend und in der Nacht zum Sonntag feuerte der Iran nach Angaben des UAE-Verteidigungsministeriums 137 ballistische Raketen und 209 Drohnen auf das Land ab. Die meisten wurden abgefangen, doch Trümmer und vereinzelte Durchbrüche richteten erheblichen Schaden an. Besonders betroffen sind die ikonischen Palm-Inseln: Eine iranische Rakete schlug in der Nähe des Fairmont The Palm Hotels ein, das Feuer brach aus. Augenzeugen berichteten von dichten Rauchwolken über dem Eingangsbereich; vier Personen wurden verletzt, der Brand konnte rasch gelöscht werden (Dubai Media Office, Reuters, BBC).
Noch spektakulärer: Am legendären Burj Al Arab, dem segelförmigen Luxushotel, verursachten Trümmer einer abgefangenen Drohne einen kleineren Brand an der Außenfassade. Der ikonische Bau steht weiterhin, doch die Bilder von Rauch über dem „sieben-Sterne-Hotel“ gehen viral und symbolisieren die plötzliche Verletzlichkeit der Emirate (Le Monde, Al Jazeera, Guardian). Menschen verlassen die Hochhäuser aus Angst, die Fahrstühle könnten ausfallen.
Der Dubai International Airport (DB), weltweit der verkehrsreichste für internationale Flüge, ist lahmgelegt. Ein Concourse erlitt leichte Schäden durch einen Treffer oder Trümmer; vier Mitarbeiter wurden verletzt. Passagiere flohen in Panik aus rauchgefüllten Bereichen. Alle Flüge von und nach DBX sowie Al Maktoum sind bis auf Weiteres gestrichen, der Luftraum teilweise geschlossen (CNN, Bloomberg, Dubai Airports). Tausende Reisende sind gestrandet, Airlines wie Emirates und Flydubai leiten um.
Weitere Eplosionen erschütterten am Sonntagmorgen erneut Dubai, Doha und Manama – die zweite Welle iranischer Vergeltungsschläge (Reuters). Rauch steigt über dem Hafen Jebel Ali auf. Die UAE-Air-Defense-Systeme arbeiten auf Hochtouren, doch die psychologische Wirkung ist enorm: In den Luxus-Resorts und Villen auf Palm Jumeirah bleiben Bewohner in Häusern, Touristen suchen Schutz.
Die Eskalation trifft Dubai in seinem Kern – Tourismus, Luftfahrt und Prestige. Bislang gibt es glücklicherweise keine Massenopfer, doch die Unsicherheit wächst: Wie lange hält die Verteidigung? Und was folgt als Nächstes? Die Inselbereiche, einst unantastbar, sind nun Schlachtfeld einer regionalen Krise.
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