Alles kann gegen dich verwendet werden. Jeder Satz, den du sorglos mit ChatGPT, Grok oder Claude geteilt hast. Alles wird protokolliert, für die Ewigkeit. Ein Reuters-Bericht vom 15. April 2026 macht auf einen Fall aufmerksam.
Von Meinrad Müller
US-Bezirksgericht Manhattan hat entschieden
Im Fall des ehemaligen CEOs Bradley Heppner aus der Finanzbranche hat das US-Bezirksgericht in Manhattan im Februar 2026 entschieden. Die 31 mit Anthropics Claude erstellten Dokumente müssen herausgegeben werden. Ihm wird Wertpapierbetrug und Überweisungsbetrug vorgeworfen. Er soll rund 150 Millionen Dollar veruntreut haben. Dadurch entstanden Investoren Verluste von etwa einer Milliarde Dollar. Das Unternehmen ging in die Insolvenz.
Heppner nutzte Claude-Chat
Er erstellte mittels Chat Berichte und Analysen zu seinem Fall. Teilweise flossen Details aus Gesprächen mit seinen Anwälten ein. Er wollte diese Unterlagen später mit seinen Verteidigern teilen. Die Staatsanwaltschaft forderte die Chats. Die Verteidigung berief sich auf Anwaltsgeheimnis. Das Gericht lehnte beides ab.
Das Gericht entschied klar
Zwischen einem KI-Nutzer und einer Plattform wie Claude besteht keine Anwalt-Mandanten-Beziehung. Und es kann auch keine entstehen. Claude ist kein Anwalt. Die Kommunikation ist nicht vertraulich. Die Nutzungsbedingungen schließen jede Erwartung auf Geheimhaltung aus. Die Staatsanwaltschaft bekam alles.
Heute genügt eine richterliche Anordnung
Heute genügt eine richterliche Anordnung. Dann müssen OpenAI, Anthropic oder xAI alles herausgeben. Was du als harmloses Brainstorming oder Vorbereitung deiner Verteidigung siehst, landet als Beweisstück bei den Ermittlern.
Anonymität? Aus und vorbei!
Monatliche Abbuchungen per Kreditkarte machen dich eindeutig identifizierbar. Kein Pseudonym schützt. Kein VPN schützt zuverlässig. Die Nutzungsbedingungen von OpenAI und Anthropic sind eindeutig. Es gibt keine Vertraulichkeit. Daten können bei rechtlicher Anforderung an Strafverfolgungsbehörden weitergegeben werden.
Die Botschaft ist klar: Behandle KI-Chats nie wie vertraute Gespräche mit einem Anwalt.
Wir können darauf warten, dass auch in Deutschland die Gerichte so verfahren könnten.
Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p




