Venezuelas Präsident Hugo Chavez verlangt sein Gold zurück. Weltweit wurden Banken und Lagerstätten aufgerufen, Venezuelas Gold auszulierfern. Pikant: Möglicherweise haben die Institute das Edelmetall gar nicht mehr und müssen es nun am freien Markt einkaufen.
Präsident Hugo Chávez geht aufs Ganze und will die Goldreserven des Landes repatriieren. Der Staatschef kündigte an, die bei europäischen und US-Banken lagernden Goldreserven im Wert von elf Milliarden Dollar (7,6 Milliarden Euro) ins Land zurückzuholen. Im Gespräch ist zudem, die Währungsreserven des Ölförderlandes aus den USA und Europa nach Asien und Lateinamerika umzuschichten.
Pikant: Es wird vermutet, dass die Institute das Gold gar nicht mehr physisch haben und es deshalb am freien Markt besorgen müssen. Dies wird in der Goldszene als Indiz dafür gewertet, dass der Goldpreis kräftig angezogen hat. Es könnte aber auch sein, dass die Banken passen müssen. Für diesen Fall dürfte Chavez kein Blatt vor den Mund nehmen und in aller Öffentlichkeit das aussprechen, was ohnehin schon viele vermuten: Das Gold ist weg. Insbesondere ist es fraglich, ob die britische Zentralbank überhaupt noch über genügend Goldreserven verfügt, denn dies wurden zum großen Teil ja bereits vor 10 Jahren zum Preis von 280$ / Unze verschleudert.
Der Rückruf des Goldes diene dem Schutz des Landes vor den wirtschaftlichen Problemen in den USA und Europa, sagte Chávez. „Wir werden damit beginnen, unser Gold zur Zentralbank zurückzuschaffen“, kündigte er an. Wann das geschehen soll, blieb offen. Zentralbankpräsident Nelson Merentes sprach von einer Vorsichtsmaßnahme. „In diesen unruhigen Zeiten ist es vorzuziehen, unsere Vermögenswerte, in diesem Fall das Gold, zurückzuholen und hier im Tresor liegen zu haben“, sagte er.
Nach Angaben der Zentralbank hat Venezuela gut 28,6 Milliarden Dollar (19,8 Milliarden Euro) an internationalen Reserven, davon 17,9 Milliarden Dollar (12,4 Milliarden Euro) in Gold. Von diesem Goldschatz ist Edelmetall im Wert von elf Milliarden Dollar im Ausland deponiert. Einem am Dienstag bekannt gewordenen Bericht von Finanzminister Jorge Giordani zufolge liegt Gold für fast 4,6 Milliarden Dollar (3,2 Milliarden Euro) bei der britischen Zentralbank. Weitere Mengen befinden sich demnach bei der US-Bank J.P. Morgan Chase, den britischen Geldinstituten Barclays, HSBC und Standard Chartered, bei BNP Paribas in Frankreich und bei der Bank of Nova Scotia in Kanada.



