Nach dem Erdbeben in den USA mussten zwei Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Eine Notstromversorgung würde derzeit die Kühlung übernehmen. Gefahr für die Bevölkerung bestehe angeblich nicht.
Im US-Staat Virginia sind nach dem Beben zwei Atomkraftwerke abgeschaltet worden. Die beiden Atommeiler stehen in der Stadt Mineral, Virginia. Die anderen AKWs in Virgina würden störungsfrei laufen, hieß es von Behördenseite. Für die Bevölkerung bestehe angeblich keine Gefahr. Die Abschaltung sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen, hieß es von den Behörden. Nachdem die Außenstromversorgung abgebrochen sei, hätten sich die Notstromaggregate eingeschaltet, um den Kühlbetrieb der AKWs weiter Aufrecht zu erhalten. Die Atommeiler befanden sich nach Behördenangaben im Ebizenter des Bebens.
Neun Reaktoren zwischen Virginia und New Jersey (grenzt im Norden an New York) meldeten nach offiziellen Angaben "ungewöhnliche Vorkommnisse", welche in der Gefahrenstufe jedoch nur einen niedrigen Rang einnehmen würden.
An der US- Ostküste befinden sich von Florida bis hinauf nach Neu England insgesamt 60 Atomkraftwerke im Betrieb. Sie seien aber von dem Beben nicht beschädigt worden und weiterhin in Betrieb, hieß es von offizieller Seite.
Wegen der Atom-Katastrophe von Fukushima sei die Bevölkerung allerdigns erheblich verunsichert, hieß es aus Pressekreisen. Man befürchte, dass auch in den USA durch Erdbeben von Atomkraftwerken eine größere Gefahr ausgehen könne und bezweifele, ob die AKWs erdbebengerecht gebaut worden seien.
Stärkstes Erdbeben in Virginia seit 1897
Die Erdstöße waren von Nord- und Süd-Carolina über Washington, New York und Boston bis nach Kanada zu spüren. Verletzt wurde niemand. Größere Schäden blieben nach ersten Berichten aus. Tausende flüchteten erschrocken ins Freie. Das Epizentrum des Bebens mit Stärke 5,9 lag in Mineral im Bundesstaat Virginia. Es war das stärkste Erdbeben in Virginia seit 1897.
Das Pentagon und Kapitol in der Haupstadt wurden vorübergehend evakuiert. In New York wurden Gerichtsgebäude, das Rathaus und die Tower der beiden Flughäfen John F. Kennedy und Newark geräumt. Der Flugverkehr wurde auch in Washington und Philadelphia kurzzeitig eingestellt, während Start- und Landebahnen sowie Kontrolltürme auf Schäden untersucht wurden.
Erdbeben dieser Stärke sind an der US-Ostküste extrem selten. Aufgrund der Bodengegebenheiten konnten sich die Erdstöße Experten zufolge weit ausbreiten. Da sich die Erschütterung in einer Tiefe von lediglich einem Kilometer ereignete, war sie besonders deutlich zu spüren. Auch die Gefahr für Schäden ist höher. Diese blieben aber nach ersten Erkenntnissen aus. An der Kathedrale in Washington - dem höchsten Gebäude der Stadt - brachen drei Spitzen des zentralen Turms ab.
Auch an der Wall Street war das Beben zu spüren, die Kurse gaben nur kurz und leicht Gewinne ab. Der Handel wurde nicht unterbrochen.