Die Vorschläge zur Lösung der Euro-Krise werden immer diffuser. Die Deutsche Bank schlägt nun für Griechenland eine Parallel-Währung vor: GEURO. - Auf die Idee, dass Deutschland austreten soll, kommt dagegen bisher niemand. "GEURO" könnte schließlich auch für "German Euro" stehen.
Thomas Mayer, der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, hält die Einführung einer griechischen Parallelwährung zum Euro für möglich. Diese soll für den inländischen Zahlungsverkehr und die Bezahlung lebensnotwendiger Importe verwendet werden, heißt es in einem Bericht der Forschungsabteilung der Deutschen Bank. Name der neuen Währung: Geuro.
"Auf diese Weise würde der Euro nicht auf einen Schlag ersetzt, sondern durch ein Finanzinstrument ergänzt, das den Charakter einer Währung annähme", sagte Mayer der Nachrichtenagentur Dow Jones. "Ein solcher langsamer und partieller Prozess der Euro-Abschaffung wäre weniger schädlich als die gegenwärtig diskutierten."
Führende Ökonomen in Deutschland schließen angesichts des Wahlausgangs in Frankreich und Griechenland Rückschläge für die Euro-Rettung nicht aus. Die Wahlen zeigten, dass sich im Euro-Raum eine Spar- und Reformmüdigkeit breitmache, obwohl die Staatsschuldenkrise noch lange nicht gelöst sei, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer Handelsblatt Online.
Für Bundeskanzlerin Angela Merkel werde es daher „noch schwieriger, sich mit Frankreich auf eine gemeinsame Linie für eine tragfähige Finanzverfassung des Euro-Raums zu einigen, ohne die die Staatsschuldenkrise nicht zu lösen ist“. Das erhöht nach Ansicht Krämers den Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), „die Peripherieländer noch lange de facto mit der Notenpresse zu finanzieren“. Dieser Zwang zum Gelddrucken sei für sein Institut auch der Hauptgrund, warum man mittelfristig einen deutlich niedrigeren Euro/US-Dollar-Wechselkurs erwarte.



