Die Panik in der Eurozone spitzt sich zu. Die Kapitalflucht nach Deutschland ist derzeit so stark, dass Investoren auf Zinsen verzichten. Indiz für ein Auseinanderbrechen des Euros?
Der deutsche Staat hat zum ersten Mal neue Schulden aufgenommen, ohne dafür Zinsen zahlen zu müssen. Durch die Versteigerung von Bundesschatzanweisungen mit einer Laufzeit von zwei Jahren nahm der Bund am Mittwoch knapp 4,6 Milliarden Euro ein, teilte die zuständige Finanzagentur mit. Die Anleihen wurden mit einem Zinskupon von 0,0 Prozent ausgegeben.
Der Verkauf sei für den Bund als "wirtschaftlich sehr gut zu bewerten", erklärte ein Sprecher der Finanzagentur. Grund für das große Interesse an den unverzinsten Staatsanleihen ist deren sicherer Status. Für die Käufer bedeuten die Investitionen jedoch praktisch einen Vermögensverlust, da das geliehene Geld am Ende der Laufzeit aufgrund der Inflation weniger wert sein wird.
Der Euro fiel unterdessen heute auf ein Mehrmonatstief unter 1,26 - auch Börsen mit deutlichen Abschlägen. Unter den Hauptverlieren wieder mal die Banken. Commerzbank verloren trotz angeblich positver Aussichten fast 3%.
Angesichts der Zinslandschaft in der Euro-Zone spekulieren immer mehr Marktteilnehmer auf einen Austritt Deutschlands aus der Gemeinschaftswährung. Nicht anders sei zu erklären, dass die Zinsen in Richtung Null fallen. An den Märkten geht man davon aus, dass die Zinsen für Deutschland demnächst in die Minuszone fallen.



