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Facebook: Aufruf zum Betrug

Bei einem Vortrag der Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg forderte diese die Anwesenden auf, die Werbung bei Facebook zu klicken. - Nicht einmal, sondern zweimal pro Besuch. Dies allerdings könnte den Tatbestand des Betruges erfüllen.

 

von Dirk Weckerle

Bei Facebook scheint es schlecht zu laufen. Derzeit finanziert sich die Soziale-Netzwerk-Krake über Werbung. Problem allerdings: diese wird kaum geklickt. Deshalb wurden Facebook-User nun von der Geschäftsführerin Sheryl Sandberg persönlich aufgefordert, doch häufiger auf die Werbung zu klicken, damit die Gewinne wieder besser fließen.

Anlässlich einer Ansprache vor Studenten  der Havard Business School forderte Sie die Zuhörer auf, doch nicht zu vergessen, auf die Anzeigen zu klicken - nicht nur einmal sondern mindestens zwei mal, beschwörte die Facebook-Geschäftsführerin die Anwesenden und hob mahnend den Arm und zeigte zwei Finger, damit die Anwesenden es nicht vergessen. (Zu sehen ganz am Ende der Aufzeichnung: “We’re public now, so could you please click on an ad or two while you’re there.”)

Eine solche Aufforderung ist nicht nur peinlich, sondern auch rechtlich zweifelhaft. Sie zeigt, dass das Geschäftsmodell "Facebook" wohl noch nicht ganz funktioniert und die Werbeeinahmen nicht so gut sprudeln wie erwartet. Das Klicken einer Werbung bringt dem Werbetreibenden nur etwas, wenn sich der User tatsächlich für das Produkt interessiert. Bezahlt wird häufig pro Klick. Insofern ist die Aufforderung von Sandberg nichts anderes als Betrug: Wer ohne Interesse klickt, für den muss der Werbende trotzdem zahlen - ohne dass es was für ihn bringt.

In den Geschäftsbedingungen von Google steht beispielsweise ausdrücklich, dass Seitenbetreiber nicht ihre eigene Werbung klicken dürfen. Bei Nichteinhaltung dieser Regel drohen strenge Sanktionen und der Werber erhält sein Geld zurück. Nicht so offenbar bei Facebook. Es bleibt abzuwarten, wie die Werbeindustrie auf solche dubiosen Werbebetrugsmethoden wie bei Facebook reagiert.

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