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EU killt deutsche Autoindustrie per CO2

Die selbsternannte "Klimaschützerin" und EU-Kommissarin Hedegaard will die Grenzwerte für Ausstoß von Kohlendioxid verändern. Resultat: Deutsche Autobauer wären die Leidtragenden. Die Autobranche bekämpft  den Plan – mit Ausnahme von Fiat.

 

Die für Klimaschutz zuständige EU-Kommissarin Connie Hedegaard verschärft nach Informationen der „Welt am Sonntag“ (8.Juli) ab 2020 die Grenzwerte für den Ausstoß von Kohlendioxid bei Neuwagen. Der jüngste Verordnungsentwurf, aus dem die Zeitung zitiert, verpflichtet besonders die deutschen Oberklassehersteller auf ehrgeizigere Klimaziele.

 

Der Entwurf wurde von Mitarbeitern der Kommissarin am Donnertag an die beteiligten Ressorts - darunter die von Günther Oettinger (Energie) und Antonio Tajani (Industrie) und Siim Kallas (Verkehr) – weitergeleitet. Er enthält einen neuen Schlüssel zur Berücksichtigung des durchschnittlichen Gewichts der Flotte eines Herstellers. Das Berechnungsverfahren enthält eine Gleichung mit dem Faktor „a“. Dieser Faktor entscheidet, wie weit der CO2-Ausstoß schwerer Wagen vom Zielwert 95 Gramm je Kilometer für das Durchschnittsmodell abweichen darf. Je größer a ist, desto weniger müssen die Hersteller schwerer Autos zusätzlich sparen. 


In der bislang geltenden Verordnung, die bis 2015 die Reduktion des durchschnittlichen CO2-Ausstoßes der Neuwagenflotten auf 130 Gramm verlangt, stand für a die Zahl 0,0497. Nach dem Hedegaard-Plan soll der Wert nun nach Informationen der „Welt am Sonntag“ auf 0,0333 sinken. Der Wert ergibt sich unter anderem daraus, dass als Basis der verlangten Einsparungen bis 2020 nun nicht mehr das Jahr 2009, sondern das Jahr 2006 genommen werden soll.

 

Leidtragende wären in diesem Fall allein die deutschen Autohersteller: Volkswagen müsste 0,5 Gramm zusätzlich einsparen, Daimler 1,5 Gramm, BMW zwei Gramm und Audi 2,5 Gramm.

 

Die Autobranche bekämpft nach Informationen der „Welt am Sonntag“ den Plan – mit Ausnahme von Fiat. So sei auf einer Sitzung der zuständigen Arbeitsgruppe des europäischen Verbands der Autohersteller Acea im Juni sei „unisono ein Unverständnis“ über die Verschärfung des Berechnungsschlüssels geäußert worden, erfuhr die Zeitung aus Teilnehmerkreisen. Die Branche fordert, dem Wert a wie bislang bei 0,0497 anzusetzen. Nur Fiat steht auf Seiten der EU-Kommission. Zahlen der Kommission zeigen, dass Fiat als einziger Hersteller einen erheblichen Vorteil davon hätte, wenn die Verordnung so scharf wird wie der Entwurf. Fiat müsste mit seiner Flotte bis 2020 sogar drei Gramm CO2 weniger einsparen als mit dem bisher geltenden Wert.

 

Für die meisten anderen Hersteller ändern sich die Zielwerte ihrer Neuwagenflotten nur geringfügig. Für Honda, Hyundai/Kia und PSA bleiben sie sogar gleich.

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