Commerzbank-Chefökonom sieht Italien als Rettungsschirm- Kandidat. Grund: die Reformpolitik, die „zum Stillstand gekommen“ sei, obwohl sie noch gar nicht richtig begonnen habe. „Aber ohne einen Reformdurchbruch im größten Peripherieland lässt sich die Staatsschuldenkrise nicht lösen.“
Nach Krämers Einschätzung könnten sich die Schwierigkeiten Italiens auch negativ auf den weiteren Verlauf der Euro-Schuldenkrise auswirken. Als Grund nannte er die Reformpolitik, die „zum Stillstand gekommen“ sei, obwohl sie noch gar nicht richtig begonnen habe. „Aber ohne einen Reformdurchbruch im größten Peripherieland lässt sich die Staatsschuldenkrise nicht lösen.“
Im Gegensatz zu den anderen Peripherieländern dürfte es Italien in diesem Jahr aber dennoch gelingen, sein Haushaltsdefizit auf wenige! r als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu drücken, sagte Krämer weiter. Ansonsten sehe es aber „wirtschaftlich schlecht“ aus. „Ministerpräsident Monti wird zu Unrecht von vielen als Reformer gefeiert“, sagte der Commerzbank-Ökonom. „Seine Arbeitsmarktreform verdient den Namen nicht.“ Die Arbeitsgerichte könnten die Unternehmen weiter zwingen, betriebsbedingt entlassene Mitarbeiter selbst nach Jahren wieder einzustellen
Kritisch sieht Krämer auch, dass sich Monti nicht an die Reform des Lohnbildungsprozesses gewagt habe. „Deshalb sollten die Löhne in Italien weiter stärker steigen als die seit Jahren stagnierende Produktivität“, schätzt er. Gleichzeitig werde die Wettbewerbsfähigkeit Italiens weiter sinken, „nachdem es seit Einführung des Euro bereits ein Drittel seiner Weltmarktanteile verloren hat“.



