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Greenpeace lobt Daimler

Seltene Kombination: Greenpeace gibt Daimler überraschend Rückendeckung im Streit um die neuen Auto-Kältemittel, die seit Jahresbeginn für Klimaanlagen vorgeschrieben sind.

 

Im Streit um die neuen Auto-Kältemittel, die seit Jahresbeginn für Klimaanlagen vorgeschrieben sind, bekommt der Autokonzern Daimler unerwartet Rückendeckung des Umweltverbandes Greenpeace: "Das neue Mittel ist völlig überflüssig, birgt nur neue Risiken, die schwer kalkulierbar sind, etwa das Abbauprodukt Trifluoressigsäure", sagte Wolfgang Lohbeck, Bereichsleiter Sonderprojekte bei Greenpeace, der "Süddeutschen Zeitung" (Ausgabe vom Donnerstag).
 
Lohbeck ergänzte: "Mein ausdrücklicher Dank gebührt deshalb Daimler, dass sie sich als einzelne gegen eine neue, gefährliche und überflüssige FKW-Stoffgruppe zu Wehr gesetzt haben." Daimler sollte deshalb die Nutzung des bisherigen Mittels erlaubt werden; allerdings aufgrund der extremen Klimaschädlichkeit nur für eine Übergangszeit: "Zwei Jahre sollten genügen", sagte Lohbeck.
 
Für Neuwagen sind seit Jahresbeginn klimaschonendere Mittel für Klimaanlagen vorgeschrieben, in Gebrauch ist vor allem eines mit dem Namen R1234yf. Daimler hält es jedoch für gefährlich und lehnt die Verwendung ab, weil es bei eigenen Crash-Tests gefährliche Fahrzeugbrände ausgelöst habe. Das deutsche Kraftfahrtbundesamt hat deshalb die Verwendung des bisherigen Kältemittels für Neuwagen der A-, B- und SL-Klasse weiterhin genehmigt.
 
Die französischen Behörden fordern dagegen von Daimler, das neue Mittel zu nutzen und haben für diese Position zuletzt auch Unterstützung durch die EU-Kommission erhalten. In der Folge werden derzeit in Frankreich keine Mercedes-Neuwagen der Klassen A, B und SL zugelassen. Mittelfristig setzen Daimler und andere Hersteller auf Kohlendioxid als Kältemittel, allerdings sind dazu neue Klimaanlagen notwendig.
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