Ökonomen kritisieren Staatskredit für Condor


Euroscheine, über dts NachrichtenagenturDie geplante Staatshilfe für die Fluggesellschaft Condor stößt bei führenden deutschen Ökonomen auf Kritik.

"Es ist bedauerlich, dass sich der Bund erneut genötigt fühlt, einem Unternehmen der Flug- und Reiseindustrie mit finanziellen Bürgschaften zur Seite zu treten", sagte der Vorsitzende der Monopolkommission, Achim Wambach, der "Welt" (Donnerstagsausgabe).

Wambach, der auch Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Mannheim ist, hätte es "wünschenswert" gehalten, "dass nach der Insolvenz von Air Berlin die richtigen Schlüsse gezogen worden wären, die ein solches Vorgehen nicht mehr notwendig machen würden".

Dazu zählt der Ökonomieprofessor "etwa eine umfassendere Reisesicherung". Justus Haucap, Direktor des Instituts für Wettbewerbsökonomie an der Universität Düsseldorf, kritisierte die Hilfszusage für Condor ebenfalls.

"Es ist nicht Aufgabe des Steuerzahlers, Unternehmen zu finanzieren, wenn jeder Bank das zu riskant ist", sagte Haucap der "Welt". Die Erfahrung spreche nicht dafür, dass eine derartige Rettungsaktion von Erfolg gekrönt ist: "Meist verlängert man so nur die Leidenszeit, und das Geld ist am Ende futsch", sagte der frühere Chef der Monopolkommission.

"Zum Wettbewerb gehört auch, dass schlecht gemanagte Unternehmen vom Markt verschwinden und neue Anbieter eine Chance bekommen. Durch staatliche Beihilfen verhindert man das tendenziell." Etwas gnädiger betrachtet Daniel Zimmer, der Direktor des Instituts für Handels- und Wirtschaftsrecht an der Universität Bonn, das staatliche Eingreifen.

"Wenn Condor ein für sich genommen profitabel arbeitendes Unternehmen ist und es lediglich darum geht, einen durch die Insolvenz des Mutterunternehmens Thomas Cook ausgelösten Liquiditätsengpass zu überwinden, sprechen keine grundsätzlichen Bedenken gegen einen Überbrückungskredit", sagte Zimmer, der ebenfalls ein Ex-Vorsitzender der Monopolkommission ist.

Denn hier, so Zimmer weiter, "würde, anders als in vielen anderen Fällen von Staatshilfen, der Kredit nicht zum Verbleib eines eigentlich unwirtschaftlich arbeitenden Unternehmens im Markt und damit zu einer Wettbewerbsverzerrung führen". Vielmehr bleibe ein profitabel arbeitender Wettbewerber erhalten, was "ganz im Sinne der marktwirtschaftlichen Ordnung" sei.

Foto: Euroscheine, über dts Nachrichtenagentur

Reich mit Aktien - Michael Mross: "Das beste Buch, das ich je schrieb."

Neue Videos:

  • Prof. Max Otte: Deutschland wird abgewickelt
  • Dank EEG: Der Blackout ist programmiert
  • -

    Wikifolios
    Börsen News

    Bitcoin Live

    Bitcoin-Kurs (Bitcoin/Euro)

    BTC/EUR (Bitcoin / Euro) Währung Chart Bitcoin + Ethereum kaufen Bitcoin.de
    Bitcoin News
    Spenden an MMnews
    BTC:
    1No5Lj1xnqVPzzbaKRk1kDHFn7dRc5E5yu

    BCH:
    qpusq6m24npccrghf9u9lcnyd0lefvzsr5mh8tkma7 Ethereum:
    0x2aa493aAb162f59F03cc74f99cF82d3799eF4CCC

    WERBEN auf MMnews
    Banner + Textanzeigen
    Anfragen hier.

    Haftungsausschluss

    Diese Internet-Präsenz wurde sorgfältig erarbeitet. Der Herausgeber übernimmt für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den aufgeführten Informationen, Empfehlungen oder Hinweisen resultieren, keine Haftung. Der Inhalt dieser Homepage ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen sind keine Anlageempfehlungen und stellen in keiner Weise einen Ersatz für professionelle Beratung durch Fachleute dar. Bei Investitionsentscheidungen wenden Sie sich bitte an Ihre Bank, Ihren Vermögensberater oder sonstige zertifizierte Experten.


    Für Schäden oder Unannehmlichkeiten, die durch den Gebrauch oder Missbrauch dieser Informationen entstehen, kann der Herausgeber nicht - weder direkt noch indirekt - zur Verantwortung gezogen werden. Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen auf seiner Internet-Präsenz.

     

    Vorsorglicher Hinweis zu Aussagen über künftige Entwicklungen
    Die auf dieser Website zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen geben subjektive Meinungen zum Zeitpunkt der Publikation wider und stellen keine anlagebezogene, rechtliche, steuerliche oder betriebswirtschaftliche Empfehlung allgemeiner oder spezifischer Natur dar.

    Aufgrund ihrer Art beinhalten Aussagen über künftige Entwicklungen allgemeine und spezifische Risiken und Ungewissheiten; und es besteht die Gefahr, dass Vorhersagen, Prognosen, Projektionen und Ergebnisse, die in zukunftsgerichteten Aussagen beschrieben oder impliziert sind, nicht eintreffen. Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass mehrere wichtige Faktoren dazu führen können, dass die Ergebnisse wesentlich von den Plänen, Zielen, Erwartungen, Einschätzungen und Absichten abweichen, die in solchen Aussagen erwähnt sind. Zu diesen Faktoren zählen

    (1) Markt- und Zinssatzschwankungen,

    (2) die globale Wirtschaftsentwicklung,

    (3) die Auswirkungen und Änderungen der fiskalen, monetären, kommerziellen und steuerlichen Politik sowie Währungsschwankungen,

    (4) politische und soziale Entwicklungen, einschliesslich Krieg, öffentliche Unruhen, terroristische Aktivitäten,

    (5) die Möglichkeit von Devisenkontrollen, Enteignung, Verstaatlichung oder Beschlagnahmung von Vermögenswerten,

    (6) die Fähigkeit, genügend Liquidität zu halten, und der Zugang zu den Kapitalmärkten,

    (7) operative Faktoren wie Systemfehler, menschliches Versagen,

    (8) die Auswirkungen der Änderungen von Gesetzen, Verordnungen oder Rechnungslegungsvorschriften oder -methoden,

    Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass die oben stehende Liste der wesentlichen Faktoren nicht abschliessend ist.

    Weiterverbreitung von Artikeln nur zitatweise mit Link und deutlicher Quellenangabe gestattet.

     

    © 2020 MMnews.de

    Please publish modules in offcanvas position.