Die Porsche-Familien wittern Gewinne in der Rüstungsindustrie. Doch im Werk Zuffenhausen sagen die Mitarbeiter klar: Wir wollen keine Waffen bauen. Ein offener Konflikt zwischen Geld und Gewissen.
Von Meinrad Müller
Vom Sportwagen zum Rüstungsplan
Der Absatz der E-Autos stockt. In China, einst wichtigster Markt, kaufen Kunden lieber heimische Modelle. Auch in Europa schrumpft die Nachfrage. Luxus-Elektroautos liegen wie Blei in den Showrooms. Für die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch ist das ein Warnsignal. Über ihre Holding prüfen sie Beteiligungen an der Rüstungs- und Sicherheitsbranche. Panzer, Drohnen, Satellitentechnik – alles, was im Krieg gebraucht wird, verspricht Rendite.
Die Belegschaft hält dagegen
In Zuffenhausen will man davon nichts wissen. „Wir bauen Träume, keine Waffen“, sagt der Betriebsrat. Die Mitarbeiter lehnen eine Rüstungsproduktion entschieden ab. Sie sehen sich als Ingenieure, nicht als Waffenbauer. Die IG Metall steht hinter ihnen. Viele erinnern an die Zeit, als Ferdinand Porsche Panzer für die Wehrmacht entwarf. Das soll sich nie wiederholen.
Offizielle Stellungnahmen aus Stuttgart gibt es bislang nicht. Doch hinter den Kulissen wird gerechnet. Die Autoindustrie steckt in der Krise, die Rüstungsbranche boomt. Wer da Geld hat, will ein Stück vom Kuchen. Nur: Die Porsche-Mitarbeiter spielen nicht mit. Sie wollen keine Waffen bauen, auch wenn damit Millionen zu verdienen wären.
Ehre statt Rendite
Die Belegschaft zeigt Rückgrat in einer Zeit, in der viele Unternehmen nur noch nach Gewinn streben. „Made in Germany“ bedeutet für sie noch Haltung. In Zuffenhausen steht fest: Wer Autos baut, baut keine Waffen.
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