Am 9. Januar 2026 hat die Europäische Union entschieden. Die EU-Staaten stimmten dem Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur zu.
Von Meinrad Müller
Damit fällt die EU den eigenen Bauern in den Rücken. Diese Entscheidung war gewollt. Die Folgen waren bekannt. Die Bauernproteste waren einkalkuliert. Die Bauernlobby ist schwach, ihre Gegner sind es nicht.
Warum die Traktoren auf den Straßen stehen
Zehntausende Traktoren stehen auf Autobahnauffahrten und Bundesstraßen. Nicht aus Inszenierung, sondern weil Bauern sich wehren wollten. Sie wollten sichtbar werden, bevor endgültig über ihre Existenz entschieden wird. Schon 2024 standen tausende Traktoren vor dem Brandenburger Tor, auf der Straße des 17. Juni. Die Botschaft war klar. Sie verhallte. In Brüssel setzte sich durch, wer besser organisiert, besser vernetzt und finanziell stärker ist.
Politisch organisierte Verdrängung
Mit dem Mercosur-Abkommen öffnet die EU ihren Markt für Agrarimporte aus Südamerika zu Preisen, mit denen europäische Betriebe nicht konkurrieren können. Rindfleisch, Geflügel, Zucker, Mais, Soja. Produziert mit niedrigeren Löhnen, geringeren Umweltauflagen und Bedingungen, die in Europa niemals genehmigt würden. Das ist kein freier Handel, sondern politisch organisierte Verdrängung der eigenen Landwirtschaft.
Zu Mercosur zählen Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay. Der Staatenbund steht für Agrarproduktion im industriellen Maßstab, mit deutlich niedrigeren Löhnen, geringeren Umweltauflagen und Produktionsbedingungen, die in der EU so nicht zulässig wären.
Deutsche Kosten, fremde Konkurrenz
Der deutsche Bauer arbeitet mit deutschen Kosten. Mindestlohn, Diesel, Energie, Versicherungen, Reparaturen, Vorschriften. Moderne Landwirtschaft ist kein Idyll, sondern ein hochverschuldeter Betrieb. Ein Traktor kostet 200.000 bis 250.000 Euro. Finanziert über Leasing oder Kredite. Banken machen mit, solange Grund und Boden als Sicherheit dienen. Monat für Monat laufen Raten und Zinsen.
Wenn Höfe unter den Hammer kommen
Genau diese Einnahmen brechen nun weg. Der Verbraucher merkt, dass die Salami zehn Prozent billiger geworden ist. Er merkt aber nicht, dass er gerade den Ast absägt, auf dem er sitzt. Heimische Produkte bleiben liegen. Abnehmer springen ab. Der Bauer verkauft weniger und steht dennoch vor denselben Rechnungen.
Wenn die Raten nicht mehr bedient werden können, kommen die Höfe unter den Hammer. Zwangsversteigerung. Zuschlag. Große internationale Agrarkonzerne warten bereits wie Hyänen auf billiges Land. So endet bäuerliche Landwirtschaft. Juristisch sauber, politisch gewollt.
In Frankreich nehmen sich Woche für Woche zwei Bauern das Leben, weil sie von Schulden erdrückt werden und keinen Ausweg mehr sehen. Das ist kein fernes Drama, das ist eine Vorwarnung.
Das Mercosur-Abkommen ist kein Risiko, das man eingehen hätte dürfen. Es ist eine politische Katastrophe. Am 9. Januar 2026 hat die EU entschieden. Die Folgen tragen die Bauern und langfristig auch die Verbraucher. Werden die Handelswege blockiert, was bei politischen Großwetterlagen schnell passieren, dann bleibt die Küche kalt. Dann hat auch Wienerwald nichts mehr für den Drehspieß.
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