Im ersten Moment war der Tesla-Aktionär irritiert. Keine Model S mehr? Kein Model X mehr? Hat Elon die Lust an Elektroautos verloren?
Von Meinrad Müller
Von Elon Musk sind wir ja schnelle Entscheidungen gewohnt. Wer diese Nachricht zu schnell las, hatte die Hälfte übersehen. Die Antwort lautet: Nein. Ganz im Gegenteil.
Tesla stellt lediglich zwei alte Modelle ein.
Model S und Model X.
Diese Fahrzeuge werden seit 2012 und 2015 gebaut.
Purer Luxus, schnell und teuer.
Im Jahr 2025 machten Model S und Model X zusammen weniger als vier Prozent der gesamten Tesla-Produktion aus.
Vier von hundert Fahrzeugen.
Kundenlieblinge sind jetzt
Model 3 und Model Y sind heute die tragenden Säulen des Konzerns.
Günstiger, massentauglich, mit Autopilot-Option.
Diese beiden Modelle stehen inzwischen für rund 95 Prozent aller Tesla-Auslieferungen weltweit.
Sie werden weiterhin gebaut.
In Berlin, Shanghai, Texas und Kalifornien.
Tesla baut also weiter Autos, aber nur die, die wirklich gekauft werden.
Teslas Neuling Optimus: statt vier Rädern nun zwei Beine
Und was passiert mit den Fabriken, in denen bisher Model S und X vom Band liefen?
Die Fabrik in Fremont, Kalifornien, wird nicht geschlossen, sondern umgebaut. Dort sollen künftig humanoide, also menschenähnliche, Roboter gefertigt werden.
Der sogenannte Optimus, ein Roboter mit zwei Beinen, entwickelt von Tesla.
Angekündigt von Elon Musk persönlich.
Die Idee dahinter ist einfach und radikal zugleich.
Ein Roboter für jeden Haushalt.
Er bringt das Frühstück ans Bett.
Er kocht, putzt, wäscht, saugt.
Und wenn der Akku leer ist, fährt er selbstständig an die Steckdose. Wie der Rasenmäher. Und wenn der Gatte auf Reisen ist, streichelt er die Gattin. Kleiner Scherz.
Musk sagt: Bald wird jeder jemanden kennen, der zuhause einen Butler hat.
Der geplante Preis liegt unter 25.000 Euro oder im Leasing bei rund 17 Euro pro Tag.
Das sind vorerst grobe Annahmen, noch wurde kein offizieller Preis genannt.
Eine gute Zugefrau kostet heute schon 17 Euro pro Stunde.
Aber Tesla wird Haushaltshilfen verkaufen
Einen bezahlbaren Butler, der 100 Sprachen versteht, Handgriffe des Besitzers einmalig abschaut, abspeichert und dann 24/7 als Heinzelmännchen arbeitet.
Irgendwie hatte man in Deutschland schon vor 200 Jahren eine leise Vorahnung, dass wir uns alle einen Butler wünschen:
Die Heinzelmännchen zu Köln
von August Kopisch (1836)
Wie war zu Köln es doch vordem
Mit Heinzelmännchen so bequem!
Denn, war man faul, man legte sich
Hin auf die Bank und pflegte sich:
Da kamen bei Nacht,
Ehe man’s gedacht,
war alles gemacht.
Optimus bei der Arbeit
https://www.youtube.com/watch?v=YrXkRWC3w3k



