Ölsorte WTI Freitag 17.4.2026:
Von Golf-Insider
Offiziell heißt es, die Passage sei wieder offen. In der Praxis berichten Reedereien und Analysten jedoch von erheblichen Einschränkungen. Viele Tanker mit iranischem Öl werden weiterhin verzögert, kontrolliert oder gar nicht durchgelassen. Die US-Navy patrouilliert intensiv, und iranische Schnellboote sowie Drohnen sind weiterhin präsent.
Aktuelle Berichte
- Mehrere große Tanker mit iranischem Rohöl warten seit Tagen vor der Meerenge oder wurden umgeleitet.
- Versicherer verlangen extrem hohe Risikozuschläge für Fahrten durch die Straße von Hormus.
- Der Durchsatz liegt nach Schätzungen von Marktbeobachtern derzeit nur bei 40–60 % der normalen Kapazität.
Ist die Euphorie übertrieben?
Ja, die aktuelle Marktreaktion scheint verfrüht. Die Ölpreise sind zwar von ihren Höchstständen zurückgekommen, doch die fundamentale Lage bleibt angespannt. Solange keine klare, dauerhafte und von beiden Seiten akzeptierte Regelung für die Schifffahrt existiert, bleibt die Straße von Hormus ein permanentes Risiko.
Könnte der Krieg bald weitergehen?
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch. Experten und Geheimdienstkreise gehen davon aus, dass der Waffenstillstand nur eine kurze Atempause darstellt. Iran hat mehrfach erklärt, dass es die Passage wieder vollständig blockieren werde, falls die USA oder Israel die Angriffe fortsetzen. Gleichzeitig hält Trump militärische Optionen weiter offen.
Die nächsten 7–10 Tage werden entscheidend sein. Sollten die Verhandlungen in Islamabad scheitern oder nur kosmetische Ergebnisse bringen, droht eine neue, möglicherweise noch heftigere Eskalationsrunde.
Die Euphorie an den Märkten wirkt derzeit übertrieben. Solange iranisches Öl nur eingeschränkt fließt und beide Seiten weiter mit militärischen Mitteln drohen, bleibt die Lage hoch explosiv. Der Waffenstillstand ist keine Lösung, sondern lediglich eine Verschiebung des Konflikts. Die nächste Eskalation könnte schneller kommen, als viele denken.




